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Auf Streife am Christkindelmarkt

Sächsische Sicherheitswacht unterstützt Kontrollen auf dem Untermarkt. Polizisten wachen dort auch in Zivil.

Von Ralph Schermann

Brigitte Neu und Frank Achtert schauen sich schon einmal an, was in den beiden nächsten Wochen der Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in Görlitz sein wird – den Christkindelmarkt. Eröffnet wird er morgen, doch wo welcher Stand zu finden sein wird, das lässt sich ein paar Tage vorab am besten erkunden. Neu und Achtert gehören zur Sächsischen Sicherheitswacht, die in diesem Jahr mit insgesamt elf Mitarbeitern rund um den Untermarkt auf Streife sein wird.

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Brigitte Neu und Frank Achtert sind eine von mehreren Doppelstreifen der Sächsischen Sicherheitswacht, die in diesem Jahr neben Bürgerpolizisten und Zivilstreifen des Kriminaldienstes auf dem Christkindelmarkt nach dem Rechten sehen und zugleich Ansprechp
Brigitte Neu und Frank Achtert sind eine von mehreren Doppelstreifen der Sächsischen Sicherheitswacht, die in diesem Jahr neben Bürgerpolizisten und Zivilstreifen des Kriminaldienstes auf dem Christkindelmarkt nach dem Rechten sehen und zugleich Ansprechp

„Das erhöht die Sicherheit des Marktes“, sagt der Leiter des Görlitzer Polizeireviers, Raik Schulze. Für alle Markttage hat er zudem mehrere Bürgerpolizisten in der Görlitzer Altstadt, und auch der Kriminaldienst des Reviers wird mit Zivilbeobachtern im Einsatz sein. „Da wir wieder mit einem hohen Anteil polnischer Besucher rechnen, sind zusätzlich auch gemeinsame Streifen mit Beamten der Zgorzelecer Polizeikommandantur vorgesehen.“ Bereits in den vergangenen Jahren ist dieses Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt aufgegangen. „Es gab kaum Vorkommnisse und schon gar keine größeren“, sagt der Revierleiter. Während bundesweit vor Taschendieben im Getümmel solcher Märkte gewarnt wird, ist das seit Jahren schon in Görlitz kaum ein Thema. „Dennoch weisen wir freilich immer darauf hin, auf seine Sachen aufzupassen, Geld und Ausweise möglichst in verschlossenen Taschen der Bekleidung zu haben, Handtaschen körpernah und nach vorn zu tragen“, rät Schulze, denn: „Gelegenheit macht Diebe.“

Je mehr Bürger da mit aufpassen, umso schwerer wird es für Kriminelle. „Unsere Streifen sind auch deshalb vor Ort, damit die Besucher Beobachtungen und Hinweise gleich weitergeben können“, ergänzt Raik Schulze. Die Beamten halten auch den Kontakt zur mobilen Rettungswache und den in Nähe der Altstadtbrücke präsenten Streifen der Bundespolizei. Mit der Sächsischen Sicherheitswacht in täglichen Doppelstreifen erfährt das zweiwöchige Fest diesmal noch mehr Aufmerksamkeit. „Vielleicht zeigt sogar ein Marktbesucher Interesse an so einer Tätigkeit? Wir suchen immer geeignete Mitarbeiter“, hofft der Polizeirat.

In der Sächsischen Sicherheitswacht unterstützen Freiwillige die Arbeit der Polizei und leisten nach einer Ausbildung vor allem einen Beitrag für die Erhöhung des Sicherheitsempfindens der Bevölkerung. In der Stadt Görlitz sind das derzeit 14 Damen und Herren. Sie sind Ansprechpartner für die Bürger, nehmen Hinweise entgegen, haben auch eine Reihe von Befugnissen. Sie dürfen zum Beispiel Personen befragen, Platzverweise aussprechen, Sachen sicherstellen und die Identität von Leuten erkunden, von denen eine Gefahr oder Störung ausgeht. Fehlen die dafür notwendigen Ausweise, darf die Sicherheitswacht die Betreffenden zum Revier bringen. Dazu kommen die Jedermannsrechte wie das Festhalten eines auf frischer Tat gestellten Straftäters bis zum Eintreffen der Polizei sowie das Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger.

Brigitte Neu und Frank Achtert wissen, dass diese Rechte nicht nur auf dem Papier stehen. Die Sicherheitswächterin ist bereits seit 2000 dabei und hat schon Ladendiebe und auch Grafitti-Schmierer erwischt. Ihr Kollege, seit dem Jahr 2009 im Einsatz, brachte bereits Buntmetalldiebe zur Strecke. „Meist aber sind es kleinere Sachen, auch Ordnungswidrigkeiten, bei denen wir einschreiten“, sagt Frank Achtert. Beide machen kein großes Aufhebens darum, sehen solche Erfolge als Ergebnis aufmerksamer Beobachtung. „Die Augen offenzuhalten, das ist doch die wichtigste Aufgabe von uns Sicherheitswächtern“, sagt Brigitte Neu. Jetzt also auch wieder auf dem Christkindelmarkt.