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Auf Zeitreise in einen unvergessenen Ort

Über 500 Gäste besuchen am Sonnabend das zweite „Tränke-Fest“ auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.

Hans-Christian Doehring, Pfarrer im Ruhestand, hält am Sonnabendvormittag eine Andacht am Gedenkstein des Soldatenfriedhofes beim zweiten „Tränke- Fest“ ab.
Hans-Christian Doehring, Pfarrer im Ruhestand, hält am Sonnabendvormittag eine Andacht am Gedenkstein des Soldatenfriedhofes beim zweiten „Tränke- Fest“ ab. © Foto: Rolf Ullmann

Oberlausitz. Wolfgang Kutter nimmt am Samstagvormittag gespannt gleich hinter dem Fahrer des Reisebusses Platz. Zum zweiten Mal besucht er den Standort des früheren Dorfes Tränke, den Ort, in dem er neun Jahre seiner Kindheit verbracht hat. „Ich kenne noch die alten Obstbäume, und wenn ich jetzt durch den Ort gehe, werden die Erinnerungen an damals wieder lebendig“, erzählt er. Heute lebt er unweit der Stätte seiner Kindheit in Rothenburg. 

Wie er nutzen über 500 Gäste, ehemalige Bewohner, aber auch viele Neugierige, die seltene Gelegenheit, diesen Ort auf dem Truppenübungsplatz zu besichtigen. Doch bevor die Fahrer der Busse sowie der Mannschaftstransportwagen der Leag die Motoren anwerfen, erhalten die Fahrgäste eine kurze Belehrung über das Verhalten auf dem Truppenübungsplatz. Später vermitteln ihnen die mitfahrenden Berufssoldaten zahlreiche Fakten über den viertgrößten Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Am Ziel angekommen, staunt nicht nur Wolfgang Kutter über die zahlreichen Veränderungen, die seit dem ersten „Tränke-Fest“ in der ehemaligen Ortschaft vorgenommen worden sind. Dort, wo einst Häuser und Gehöfte den zuletzt 130 Bewohnern ein Zuhause boten, verkünden nun Tafeln die Namen der letzten Besitzerinnen und Besitzer. Hölzerne Umzäunungen vermitteln einen anschaulichen Eindruck über den Standort der Gebäude. So entsteht auch bei den denjenigen, die hier nicht gelebt haben, das Bild einer Straßensiedlung, deren Ursprung an einer Tränke am Schnittpunkt zweier Handelswege lag. Angehörige der Bundeswehr und zivile Mitarbeiter des Truppenübungsplatzes tragen seit Jahren dafür Sorge, dass dieser Platz als Ort der Erinnerung gepflegt und erhalten bleibt. So gilt auch der Dank von Oberstleutnant René Pirschel ihrem Einsatz und insbesondere auch dafür, dass sie in der eigentlichen Urlaubszeit das zweite „Tränke-Fest“ mit viel Enthusiasmus vorbereitet haben. Ihnen zur Seite steht dabei der Daubitzer Heimatverein sowie der Daubitzer Karnevalsverein. „Als unmittelbare Anlieger am Truppenübungsplatz verbindet Daubitz und seine Vereine natürlich sehr viel mit dieser Einrichtung“, erläutert Tilmann Havenstein, der Vorsitzende des Vereins. Neben dem Auftritt der Funkengarde sind mehrere Vereinsmitglieder unermüdlich am Grill und an den Töpfen im Einsatz

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In einer Andacht am Gedenkstein nach der offiziellen Begrüßung durch den Kommandanten des Truppenübungsplatzes sowie durch Landrat Bernd Lange äußert Hans-Christian Doehring, Pfarrer im Ruhestand, wie tief er beeindruckt sei von der umfangreichen Vorbereitung. „Die Bewahrung und die Kultivierung von Erinnerungen trägt uns alle weiter. Sie hilft uns bei der Bewältigung unseres Alltags“, führt er in seiner Ansprache an die Anwesenden aus. Zu denen die diese Erinnerungen akribisch bewahren, gehört insbesondere der Landrat a. D. Erich Schulze. Als Vorsitzender des Daubitzer Heimatvereins sammelt und bewahrt er akribisch die Fakten zur Geschichte von Daubitz und natürlich auch die über die ehemalige Ortschaft Tränke. Zu einer sehr anschaulichen und lebendigen Zeitreise zurück in die letzten Jahre der Ortschaft Tränke gestaltet sich am Nachmittag ein Klassentreffen, das durch Gotthard Teschner geleitet wird. An- hand der Aufzeichnungen, unter anderem von Max Kuschella, des letzten Lehrers in Tränke, wird dabei die Zeit zurückgedreht.

Manfred Michalk zeigt und erklärt als ehemaliger Bewohner der Ortschaft Tränke den Besuchern auf einer der Schautafeln die Standorte von Häusern sowie Gehöften. Viele Besucher gehen auf Spurensuche.
Manfred Michalk zeigt und erklärt als ehemaliger Bewohner der Ortschaft Tränke den Besuchern auf einer der Schautafeln die Standorte von Häusern sowie Gehöften. Viele Besucher gehen auf Spurensuche. © Foto: Rolf Ullmann

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