merken
PLUS Politik

Aufbau Ost als Modell zur Wiederbelebung der SPD

Die Landespolitiker Petra Köpping und Boris Pistorius erklären, wie sie künftig ihre Partei führen würden. Das schürt auch bei Martin Dulig eine Hoffnung.

Sachsens Integrationssministerin Petra Köpping (SPD) und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bilden eines von mehreren Teams, die sich um den Bundesvorsitz der SPD bewerben.
Sachsens Integrationssministerin Petra Köpping (SPD) und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bilden eines von mehreren Teams, die sich um den Bundesvorsitz der SPD bewerben. © Peter Endig/dpa

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Ein halbe Stunde haben Petra Köpping und Boris Pistorius schon erklärt, warum sie die neue Doppelspitze der SPD sein wollen. Immer wieder fallen die Redewendungen vom „Brücken bauen“ und vom „Mensch in den Mittelpunkt stellen“. Dann erwähnt Sachsens SPD-Chef Martin Dulig, worum es bei der Bewerbung des Duos ebenfalls geht: „Wir erwarten durch diese Kandidatur Schwung für uns in Sachsen.“ Ein Verweis auf den schleppenden Landtagswahlkampf, in dem die SPD seit Juni bei nur sieben bis neun Prozent liegt.

Am Freitag hatten Sachsens Integrationsministerin und Niedersachsens Innenminister ihre gemeinsame Kandidatur für die SPD-Spitze angekündigt. Am Sonntagmittag stehen sie vor der Presse in einem Leipziger Hotel und erklären ihre Beweggründe. Bei Köpping klingt die Bewerbung fast wie ein Wiederbelebungsprojekt. „Ich habe den Zustand der SPD gesehen und gedacht: Mensch, da kannste was draus machen.“ Sie leiste gern Aufbauarbeit, und sie wolle die Erfahrungen aus dem Strukturwandel im Osten in der SPD einbringen. „Ich will eine starke Stimme aus dem Osten sein“, sagt Köpping.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Kennengelernt haben sich die beiden vor zwei Jahren bei einem Besuch im belgischen Mechelen bei Brüssel, wo Bürgermeister Bart Somers seit 18 Jahren eine herausragende Integrationsarbeit leistet. „Diese Erfahrung hat uns verbunden.“ Und wie halten sie es mit der Großen Koalition in Berlin? Pistorius nennt drei Prüfsteine für den Fortbestand des Regierungsbündnisses im Herbst: Den Arbeitsmarkt für eine drohende Wirtschaftskrise wetterfest machen, die Einführung der Grundrente und wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz. 

Während Pistorius als Minister zurücktreten will, falls er SPD-Chef werden sollte, will Köpping auf jeden Fall in Dresden bleiben: „Ich möchte auch nach der Wahl meinen Platz in Sachsen haben. Wenn eine Bundeskanzlerin Parteichefin sein kann, kann ich auch als SPD-Vorsitzende meine Arbeit in Sachsen weiter leisten – weil mir eine Verankerung vor Ort sehr wichtig ist.“

Weiterführende Artikel

Morddrohungen gegen Ministerin

Morddrohungen gegen Ministerin

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping hat Morddrohungen erhalten. Es ist nicht das erste Mal, dass SPD-Politiker hier mit dem Tod bedroht werden.

Scholz hat eine Frau gefunden

Scholz hat eine Frau gefunden

Für den möglichen SPD-Vorsitz hat Olaf Scholz nun eine Partnerin gefunden. Sie ist Lokalpolitikerin aus Brandenburg  und hat schon mal mit ihm zusammengearbeitet.

Für Dulig ist diese Haltung der Grund, Köppings Kandidatur zu unterstützen: „Es braucht Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen“, sagt er. Köpping und Pistorius würden dafür reiche kommunalpolitische Erfahrung und Bodenständigkeit einbringen. Der SPD-Landesvorstand werde daher nächste Woche das Duo nominieren – und nicht Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens, der ebenfalls kandidiert.

Mehr zum Thema Politik