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Radeberg

Aufbruchstimmung im Radeberger EKZ

Einige Händler verlassen das Einkaufszentrum. Für Kunden ist das Angebot in der Passage dennoch groß.

Gernot Lippmann betriebt seit 25 Jahren im EKZ Radeberg die EP: Elektro Welt. Ende des Monats ist Schluss. Er sieht mit einem guten Gefühl in die Zukunft, wie er sagt.
Gernot Lippmann betriebt seit 25 Jahren im EKZ Radeberg die EP: Elektro Welt. Ende des Monats ist Schluss. Er sieht mit einem guten Gefühl in die Zukunft, wie er sagt. © Steffen Unger

Radeberg. Halbzeit im EKZ in Radeberg: Zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass die Umbaupläne im größten – und einzigem – Einkaufszentrum der Stadt akut sind und Mietern gekündigt wurde. In etwa sechs Monaten soll die Mall für den Umbau komplett geschlossen werden.

Wie ist die Situation in dem Haus? Bei mehreren Geschäften fallen Schilder mit der Aufschrift „Räumungsverkauf“ auf. So beim Elektronikwaren-Händler „EP: Elektro Welt“. „Wir haben noch bis Ende Juni hier im EKZ geöffnet. Bis dahin bieten wir noch alles an vom Kühlschrank bis zum Fernseher, vieles davon zu reduzierten Preisen“, sagt Gernot Lippmann, Inhaber des Geschäftes. Seit 25 Jahren sind seine Mitarbeiter und er im EKZ vertreten. „Das ist schon eine lange Zeit. Deshalb ist auch schon etwas Wehmut dabei.“

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Allerdings sieht er seine Firma für die Zukunft gut gerüstet. „Wir hatten uns ja schon seit einiger Zeit einen Online-Vertrieb unter allego.de mit Sitz in Radebeul aufgebaut. Der läuft immer besser. Jetzt werden wir uns auf diesen Bereich konzentrieren. Dort gibt es neben dem Lager einen Verkaufsraum, sodass wir den direkten Kontakt mit dem Kunden weiter beibehalten“, sagt er. Er habe sich zwar nach anderen Verkaufsräumen umgesehen, doch nichts Passendes gefunden. „Bei einer so großen Investition wie einer Neueröffnung muss alles stimmen, angefangen von der Lage über Größe bis hin zum Mietpreis. Da war aber nichts dabei.“ 

Durch das Wachstum im Online-Versand kann er trotz Schließung im EKZ alle seine Mitarbeiter halten. „Wir werden die beiden Angestellten aus dem Geschäft am Standort Radebeul integrieren. Dort hätten wir durch den Anstieg ohnehin neue Mitarbeiter einstellen müssen. So kann ich jetzt die beiden gut ausgebildeten und eingearbeiteten Mitarbeiter behalten.“

Auch Confiserie und Glasladen schließen

Räumungsverkauf auch in der Confiserie Tiebel. Auch hier ist Ende Juni Schluss. Zuletzt war unklar, ob es noch eine Verlängerung bis Ende Dezember geben wird. „Nein, wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen“, sagt Inhaberin Beate Tiebel. Auch für sie geht eine lange Zeit im EKZ zu Ende. „Wir waren ebenfalls 25 Jahre hier und es war eine gute Zeit, vor allem durch die vielen treuen Kunden.“ 

Jetzt, nach dem der Schließungstermin feststeht, kämen etliche und würden sich bedanken, alles Gute für die Zukunft wünschen. „Darunter sind erstaunlicherweise auch viele junge Leute.“ Beate Tiebel freut sich, dass ihre beiden Mitarbeiterinnen neue Arbeit gefunden hätten. „Das war mir wichtig, dass es nach der Schließung für sie weitergeht. Ich muss jetzt etwas tun, was ich noch nie gemacht habe, ein Geschäft auflösen. Aber das bekommen wir auch noch hin.“ Sie selber geht in den Ruhestand. 

Die Pforten wird auch das Glas-, Porzellan- und Geschenke-Geschäft Müller schließen. Familie Müller wird ab Juli ihre Kraft auf das zweite Geschäft im Hochland-Center in Weißig legen. „Wir geben den Standort hier in Radeberg ganz auf. Alle unsere Kunden sind in Weißig willkommen“, sagte Uwe Müller. 

Umbau beginnt am Jahresende

Auch wenn ab Juli die Zahl der leeren Schaufenster größer wird, im EKZ sind weiterhin zahlreiche Geschäfte vertreten. Das Angebot reicht vom Bio-Laden über den Frisör, von Schmuck-Geschäft über Imbiss bis hin zu Bekleidungsläden. Kundenmagneten sind im EKZ natürlich auch die beiden großen Filialen von Konsum und Aldi. Hier gehen die Käufer kräftig ein und aus. Die Auslagen sind gewohnt üppig, besonders bei Konsum. 

Zum Jahreswechsel werden jedoch alle Geschäfte schließen. Dann beginnt die Umbauphase. Der Eigentümer will rund 8,5 Millionen Euro in die Modernisierung des Einkaufszentrums stecken. Es wird komplett verändert. Die Mall, also der Fußgängerbereich, im Innern wird verkürzt. Die Einkaufsfläche wird dagegen vergrößert. Davon sollen vor allem Filialisten wie Aldi profitieren. Das Gebäude werde entkernt und sich in der Außenhülle ebenfalls völlig verändern: Es soll keine Ähnlichkeit mehr mit der heutigen Optik haben. Der Toom-Baumarkt und Euronics XXL Frequenz sind von den Umbauarbeiten nicht betroffen.

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