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Aufdringlicher Patient

In der Psychiatrie einer Dresdner Klinik soll ein 32-Jähriger einen anderen Mann missbraucht haben. Der Angeklagte schweigt.

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Von Alexander Schneider

Seit gestern muss sich ein 32 Jahre alter Mann wegen sexuellen Missbrauchs von widerstandsunfähigen Personen verantworten. Laut Anklage hat er sich bereits im August 2007 nachts in der Psychiatrie eines Dresdner Krankenhauses an einen Mitpatienten herangemacht. Er habe sich zweimal zu ihm ins Bett gelegt und ihn begrapscht. Weiter soll der Angeklagte in seiner Wohnung einen damals 10 Jahre alten Jungen unsittlich angefasst haben – und das, obwohl er schon wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde.

Der geschädigte Mitpatient (29) – er wollte in der Klinik seine Alkoholsucht therapieren lassen – sagte gestern, der Angeklagte sei nachts zu ihm ins Bett gestiegen und habe an ihm herumgespielt. „Ich hatte ihn nicht darum gebeten.“ Bis heute könne er nicht mit der Sache umgehen. Damals habe er deswegen seine Therapie abgebrochen.

Die Mutter des geschädigten Kindes sagte, sie sei sich nicht sicher, ob ihr Kind von dem Angeklagten oder dessen damaligen Mitbewohner angefasst worden sei.

Der Angeklagte selbst schwieg zu den Vorwürfen. Er hatte nach der Sache in der Klinik in U-Haft und ein Dreivierteljahr in der Psychiatrie in Arnsdorf eingesessen. Der Prozess wird fortgesetzt.