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Auffällige Lücke auf dem Jacobimarkt

Wichtige Reparaturen am Festplatz stehen immer noch aus. Das gefährdet den Standplatz für ein Fahrgeschäft.

Von Romy Kühr

Wenn René Linke an den nächsten Jacobimarkt im Sommer 2014 denkt, kommt er ganz schön ins Schwitzen. Nicht, weil der Marktmeister schon jetzt wieder tief in den Vorbereitungen steckt. Diesen Stress ist er gewöhnt. Sondern, weil er nicht weiß, ob im nächsten Jahr endlich die dringend notwendigen Reparaturen am Festplatz in Neugersdorf erledigt sein werden. Auf die wartet er schon fast zwei Jahre. Andernfalls muss er schon wieder einem langjährigen Stamm-Schausteller absagen. Dabei handelt es sich um die „Sound Machine“. In wilden Kreisen geht bei dieser „Maschine“ die Fahrt bei lautstarker Popmusik. Immer wieder überschlagen sich die Gondeln, die Fahrgäste kreischen, steigen mit zerzausten Frisuren und roten Gesichtern aus. Die „Sound Machine“ ist eine alteingesessene Attraktion auf dem Jacobimarkt, vor allem bei Jugendlichen beliebt. Seit zwei Jahren fehlte sie auf dem großen Volksfest im Oberland.

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Das Fahrgeschäft kann nicht mehr nach Neugersdorf kommen, weil sein Standplatz sozusagen ins Wanken geraten ist. Auf der Fläche direkt neben dem Marktzugang von der Hauptstraße ist der Untergrund instabil geworden. Der Grund dafür liegt schon mehrere Jahrzehnte zurück. Die Wachtschänke, die einst auf dem Jacobiplatz gegenüber dem Grenzübergang zu Tschechien stand, ist abgerissen worden. Die Kellergewölbe des großen Gebäudes ließ man stehen und verfüllte sie. Dabei wurde das Schüttgut in den Gewölben aber offenbar nicht genügend verdichtet, weiß Jacobiplatz-Pächter Linke. Kleine Hohlräume sind geblieben. Durch die starken Regenfälle in den letzten Jahren lief Wasser hinein, Vertiefungen entstanden. „Da ist kein großes Loch zu sehen“, sagt Linke. Der Boden sei jedoch zu instabil, um darauf ein tonnenschweres Karussell aufzustellen. „Das wäre zu gefährlich. Der Boden könnte einsinken.“

2012 stellte Linke den Schaden auf der Fläche fest – kurz vor dem Jacobimarkt. Für Reparaturen war es da längst zu spät, er musste der „Sound Machine“ ganz kurzfristig absagen. Die Stadt als Eigentümer der Fläche sicherte zu, das Problem zu untersuchen und den Bereich zu verfüllen. Probebohrungen wurden zwar durchgeführt, die Hohlräume im Boden sind aber immer noch da. Auch zum Jacobimarkt 2013 war der Platz nicht instand gesetzt. Und das ärgert Linke ganz gewaltig. „Ich miete den Platz von der Stadt, dann muss er auch in Ordnung sein“, argumentiert der Jacobimarkt-Veranstalter. Mittlerweile hat die Stadt das Geld für die nötigen Reparaturen lockergemacht. Und sie zeigt sich zuversichtlich, dass das Problem bis zum nächsten Jacobimarkt behoben sein wird und Linke seinem Stammgast nicht ein drittes Mal absagen muss.

Ausgeschrieben sind die Bauleistungen aber noch nicht. Das soll über den Winter erledigt werden, gibt Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos) Auskunft. Für das Frühjahr 2014 sind dann die Arbeiten geplant. Weil mittlerweile der Winter schon kurz bevorsteht und die Baufirmen derzeit viel zu tun haben, sei der Ablauf so entschieden worden. Klappt alles, ist das ominöse Loch also zum nächsten Schissn zu und die „Sound Machine“ kann wieder kommen. Linke hofft sehr darauf. Für ihn und vor allem für den Schausteller, der aus Magdeburg kommt, sei der Ausfall schließlich ein finanzielles Problem.