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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Weshalb das Motto auch für den 70. Geburtstag der Dom-Musik in Meißen gilt.

Eine Aufnahme aus Vor-Corona-Zeiten: Im Juni 2015 kam im Meißner Dom das Liverpool Oratorio von Paul McCartney mit zahlreichen Chören und großem Aufwand zur Aufführung.
Eine Aufnahme aus Vor-Corona-Zeiten: Im Juni 2015 kam im Meißner Dom das Liverpool Oratorio von Paul McCartney mit zahlreichen Chören und großem Aufwand zur Aufführung. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Von Kathrin König

Meißen. Ursprünglich wollte der Domchor Meißen am Sonntag mit festlicher Musik seinen 70. Geburtstag feiern. Zugleich sollte mit diesem Festgottesdienst, der den Namen Kantate trägt, auch der Festauftakt zu 70 Jahren institutionalisierter Dom-Musik am Hochstift gefeiert werden. Denn 1950 wurde der erste Kantor am Dom fest angestellt. 

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Dr. Erich Schmidt hatte einst den Domchor gegründet. In einer privaten Chronik heißt es dazu: „Rund 40 Meißner Sängerinnen und Sänger erklären ihre Mitgliedschaft. Bei westwärts gespendeten Kakao und Zwieback erster Chorgesang mit Buxtehude.“

70 Jahre später sollte es am kommenden Sonntag statt Kakao volle Sektgläser für die 94 Chormitglieder geben. Doch das Coronavirus verhindert das. Der Domchor hatte bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie bereits Felix Mendelssohn Bartholdys festliches Werk „Singet dem Herrn ein neues Lied“ geprobt. „Wir holen die Aufführung nach, versprochen“, sagte Domkantor Thorsten Göbel.

Er ist nach den Kantoren Schmidt, Andreas Weber und Jörg Bräunig der vierte fest angestellte Kantor am Dom seit 1950. „Im Rahmen unserer derzeitigen Möglichkeiten werden wir am Sonntag die 70 Jahre Dom-Musik trotzdem feiern“, versprach Göbel.

 Er will die Eingangsmotette des Bartholdy-Stückes auf der Orgel spielen, zudem sollen Sologesang und Cello-Musik erklingen. Göbel freut sich auf viele Dombesucher am Sonntagmittag: „Wir haben mit Sicherheitsabstand Platz für 100 Besucher.“ Die Gäste werden gebeten, Mundschutz zu tragen und die Hygienevorgaben einzuhalten.

Auch der Freundeskreis der Dom-Musik hat seine Pläne zum 70. Jubiläum der Dom-Musik verschoben. In diesem Jahr sollte die Chorchronik weiter geschrieben werden und eine Festschrift erscheinen. Zudem waren ein großer Empfang und der Ausschank eines speziellen Jubiläums-Weins aus Meißen geplant.

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 „Das werden wir 2021 nachholen und feiern“, sagte die Vorsitzende des Freundeskreises, Michaela Mayer. Denn: „Das Jubiläum ist ein wichtiger Anlass, die musikalische Arbeit auf dem Burgberg stärker in die Öffentlichkeit zu rücken und die Arbeit so vieler Ehrenamtlicher zu würdigen.“

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