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Aufregung um Abrisspläne

Die KWV Olbersdorf will ein Gebäude leer bekommen und die Mieter umsiedeln. Doch einige fühlen sich alleingelassen.

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Von Mario Sefrin

Die Mieter im Wohnblock an der Olbersdorfer Buchbergstraße 7 bis 13 haben Angst. Angst davor, aus der Wohnung ausziehen zu müssen und nicht zu wissen, wohin. Angst davor, beim Umzug keine Hilfe zu bekommen und auf den Kosten sitzenzubleiben. Zur Angst gesellt sich Verärgerung über das Vorgehen des Vermieters der Wohnungen, der Kommunalen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (KWV) Olbersdorf. Die Gesellschaft hat in den vergangenen Wochen Mieter darüber informiert, dass der Block abgerissen werden soll und darum alle ausziehen müssen.

Insgesamt 54 Wohnungen gibt es in dem Wohnblock. 21 davon sind derzeit noch bewohnt. Eine Mieterin ist Renate Lindner. Sie lebt mit ihrem Mann in einer Zwei-Raum-Wohnung und hat vor wenigen Wochen Besuch von einer Mitarbeiterin der KWV bekommen. Ebenso andere Mieter. „Dabei wurden wir über den geplanten Abriss des Hauses informiert“, erzählt Frau Lindner. Zwar seien je nach Wohnungsgröße Umzugsbeihilfen in Aussicht gestellt worden, „doch dann hat sich keiner mehr bei uns erkundigt oder gefragt, ob wir Hilfe brauchen“, sagt die Olbersdorferin. Auch der Zeitpunkt der Information über die Pläne seitens des Vermieters dürfte zur Verärgerung beigetragen haben: „Eine Mieterin, eine 86-jährige Frau, hatte in der Vorweihnachtszeit Besuch von der KWV bekommen“, sagt Renate Lindner. Dass der Block abgerissen werden soll, sei den Mietern zwar bereits vor längerer Zeit schon mal mitgeteilt worden. Aber damals habe es geheißen, dass der Abriss 2020 passieren soll, so Frau Lindner. Daran glaubt in der Buchbergstraße kein Mieter mehr: Mittlerweile hat bei ihnen das Gerücht die Runde gemacht, dass sie bis Ende 2015 aus ihren Wohnungen ausziehen müssen.

„Diese Befürchtung ist unbegründet“, sagt KWV-Geschäftsführer Karsten Hummel. „Wir werden das Haus erst abreißen, wenn wir für alle Mieter annehmbare Ersatzwohnungen gefunden haben“, verspricht er. Das sei übrigens auch der Grund dafür, dass man die Mieter persönlich aufgesucht und nicht mit einem allgemeinen Schreiben über das Vorhaben informiert habe. „Wir wollen den Mietern Vorschläge zu neuen Wohnungen unterbreiten. Wir wollen diese schließlich nicht verlieren.“ Dabei werden den Mietern sowohl Wohnungen im Wohngebiet als auch andere Wohnungen in der Gemeinde angeboten, die sich im Bestand der KWV befinden. Bei zehn Mietparteien des betroffenen Wohnblocks habe das bereits geklappt, so Hummel. Bei anderen dagegen noch nicht. Auch Renate Lindner hat sich bereits mehrere Wohnungen angesehen, wie sie erklärt. Die passende sei aber noch nicht dabei gewesen: „Wir möchten gern alle unsere Möbel mitnehmen“, sagt die Olbersdorferin. Karsten Hummel jedenfalls glaubt daran, dass sich in allen Fällen eine Lösung finden lässt: „Wir betrachten immer den konkreten Einzelfall.“ Und um das zu unterstreichen, hat das Wohnungsunternehmen noch einmal alle Mieter angeschrieben. An den Abrissplänen für das Haus werde die KWV jedoch festhalten: „Alles andere ist unwirtschaftlich“, so Hummel.