merken
PLUS Sebnitz

Aufsichtsratswahl gescheitert

Nach einem Rückzug sollte der Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft Sebnitz neu besetzt werden. Doch es kam zu keiner Einigung.

Rathaus Sebnitz: Der Stadtrat muss neu über den Aufsichtsrat der Wobau entscheiden.
Rathaus Sebnitz: Der Stadtrat muss neu über den Aufsichtsrat der Wobau entscheiden. © Daniel Schäfer

In Sebnitz ist die geplante Umbesetzung des Aufsichtsrats der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobau vorerst gescheitert. Die erforderliche Wahl kam in der jüngsten Stadtratssitzung nicht zustande.

Dass der Aufsichtsrat überhaupt neu besetzt werden sollte, hängt mit einer anderen Personalie zusammen. Im Januar wurde Alexander Dittrich vom Stadtrat zum neuen  hauptamtlichen Tourismuschef in Sebnitz bestellt. Der früherer Autohausinhaber ist seitdem für Einrichtungen wie die Kunstblumenmanufaktur und die Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse in Hinterhermsdorf sowie für das Stadtmarketing verantwortlich. 

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Die Geschicke des Sebnitzer Tourismus werden auch im Ausschuss für Tourismus und Stadtmarketing sowie im Aufsichtsrat der städtischen Tourismus- und Dienstleistungsgesellschaft (TDS) verhandelt. In beiden Gremien hatte bisher Stadträtin Uta Dittrich (CDU) einen Sitz - Alexander Dittrichs Ehefrau. Mit dem Jobantritt ihres Mannes ist die Apothekerin Uta Dittrich nun von diesen Funktionen zurückgetreten, um nicht in den Verdacht eines Interessenkonflikts zu geraten.      

Die Verteilung von Ausschuss- und Gremiensitzen wird leicht zum politischen Streitthema. Im Sebnitzer Stadtrat haben sich die Parteien zu Beginn der Wahlperiode auf eine Verteilung geeinigt, die in etwa den Kräfteverhältnissen im Stadtrat entspricht. Die freigewordenen Sitze stehen demgemäß der CDU zu. Die Partei einigte sich intern auf einen Tausch: CDU-Stadtrat Michael Walldorf rückt anstelle von Uta Schneider in den  Aufsichtsrat der TDS, Schneider übernimmt im Gegenzug dessen bisherigen Posten im Aufsichtsrat der Wobau.  

Um die zu Beginn der Wahlperiode getroffene Vereinbarung zu wahren, hätte der Stadtrat dem Personalkarussel mit allen Veränderungen einstimmig zustimmen müssen. Die Neubesetzung von Tourismus-Ausschuss und TDS-Aufsichtrat ging auch einstimmig durch, nur beim Aufsichtsrat der Wobau gab es Widerspruch. Andreas Storck (Zukunft Sebnitz) bemängelte, dass der Aufsichtsrat mit dem Eintritt von Uta Dittrich zu 40 Prozent von einer Familie besetzt werde. In dem fünfköpfigen Gremium hat bereits Ekkehard Schneider (CDU) einen Sitz - der Vater von Uta Dittrich (geboren Schneider).

Da sowohl Zukunft Sebnitz als auch die AfD dem Umsetzungsvorschlag nicht zustimmten, wurde eine komplette Neuwahl des Aufsichtsrats nötig. Noch während der Stadtratssitzung mussten die Fraktionen ihre Wahlvorschläge notieren, über die im zweiten Schritt abgestimmt werden sollte. 

Doch schon der erste Schritt scheiterte. Mehrere Stadträte hatten Tino Besser (AfD) auf ihren Vorschlagszetteln notiert, der auch schon bisher dem Aufsichtsrat angehört. Besser war bei der Sitzung allerdings nicht anwesend, so dass er nicht befragt werden konnte, auf wessen Liste er kandidieren möchte. Die Wahl zum Aufsichtsrat der Wobau musste deshalb komplett vertagt werden. Sie soll in der nächsten Stadtratssitzung stattfinden. 

Mehr Nachrichten aus Sebnitz lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Sebnitz