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Auftakt mit Döbelner Malerin

Olga Scheck bringt ihre Tochter und einen Metallgestalter mit in die Kleine Galerie.

Von Jens Hoyer

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Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Kunst in dreierlei Form wird die Kleine Galerie ab Freitag in der ersten Ausstellung des Jahres zeigen. Kunst in Metall, aus Papier und in Farbe auf Leinwand. Die Bilder und Skulpturen werden auch von drei Künstlern stammen. Die Döbelner Malerin Olga Scheck hat dafür ihre Tochter Julia eingeladen, die als freischaffende Künstlerin in Leipzig lebt und bei der Ausstellung Ölmalereien zeigt. Sozusagen den harten Kern der Schau steuert der Metallgestalter Frank Findeisen aus dem sächsischen Königsbrück bei.

Olga Scheck hatte Findeisen vor Jahren bei einem Projekt in Oschatz kennengelernt, wie sie sagte. „Seitdem haben wir Kontakt.“ Findeisen macht etwas völlig anderes als die beiden Malerinnen. Aber gerade das findet die Künstlerin reizvoll. Papier für Kollagen, Farbe und Leinwand für die Bilder, Metall für die Skulpturen. „Ich finde seine Sachen sehr interessant. Ich wollte zeigen, wie Kunst mit verschiedenen Sprachen Gefühle und Gedanken ausdrücken kann.“ Allerdings sind Findeisens metallgewordenen Empfindungen zu groß, um sie in die Kleine Galerie zu stellen. Er steuert zur Ausstellung deshalb Modelle seiner Skulpturen bei, die durch Fotos der Originale ergänzt werden. Findeisen hatte mal Instandhaltungsmechaniker gelernt, wurde dann Lehrschweißer, was ihn auf direktem Wege dazu führte, Metall sprechen zu lassen. Eine Bekanntschaft mit dem Maler Willi Sitte habe das Gespür für die Möglichkeiten, mit Farbe, Form und Oberflächen zu arbeiten, noch gesteigert.

Claus Vejrazka, Kunsterzieher am Lessing-Gymnasium, hat sich gestern beim Aufbau der Ausstellung umgeschaut. Er wird die Laudatio bei der Eröffnung am Freitag halten. Die Chemnitzer Gruppe „Anasages“, die dem Döbelner Publikum schon bekannt ist, soll die Vernissage mit einer Performance, einem Mimenstück über „den kleinen Spiegel der Welt, der das Große in sich hält“, begleiten.

Olga Scheck hatte vor drei Jahren zum vorerst letzten Mal in der Kleinen Galerie ihre Bilder gezeigt. Die Architektin, die vor mehr als 20 Jahren aus Russland nach Deutschland kam, arbeitet als freischaffende Künstlerin in Döbeln. Bis vor einigen Wochen hatte sie eine Galerie in einem vorübergehend leerstehenden Geschäft am Obermarkt. Davon will sie nicht lassen. Sie plant, im Haus Obermarkt 10 einen Teil der Ladenflächen von Samen Wagner zu übernehmen, um wieder ihre Bilder auszustellen.

Für die Kleine Galerie hat Olga Scheck Bilder der vergangenen neun Jahre ausgewählt. Einige der Bilder sind so „frisch“, dass die Farbe kaum getrocknet ist. Auch Collagen sind in der Kollektion. Sie will mit der Auswahl auch ihre Vielseitigkeit zeigen. Nur für Grafiken sei kein Platz, sagte Scheck.

Die Malerin fühlt sich in vielen Stilrichtungen wohl. Vor manchen Bildern bleibt der Betrachter grübelnd stehen. Eines zeigt eine Frau mit Rollator, die von Hasen beobachtet wird. Das sei die Übersetzung einer tatsächlichen Beobachtung im Alltag, sagte sie. Ein alter Mann und eine Frau mit Rollatoren wollten in den Bus einsteigen. „Alle im Bus sind sitzen- und stehengeblieben. Völlig emotions- und gefühllos. Da war ich erschrocken.“ Das Bild mit dem Titel „Empathische Wüste“ will sie dem Lessing-Gymnasium schenken, sagte die Malerin.

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