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Aufzugtechniker erhalten eigenen Fahrstuhl

Am Metallzentrum soll die Ausbildung praxisnaher werden. Der geplante Lift ist auch ein Studienobjekt.

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Von reinhard Kästner

Bereits im Frühjahr soll an der Westseite der einstigen Bundesfachschule Metall ein gläserner Aufzug in Betrieb genommen werden. Der soll nicht nur als barrierefreier Zugang zum Mitteldeutschen Fachzentrum Metall und Technik (MFM) sein, das das Gebäude nutzt.

„Wir wollen den hochmodernen Aufzug vor allem auch für die Lehr- und Ausbildungstätigkeit nutzen“, betont Diether Hils, Geschäftsführer des MFM. Denn seit 2009 gibt es an der Einrichtung den Fachbereich für Aufzugtechnik, der nun weiter ausgebaut wird. Mit Thomas Meyer steht ein Fachmann an der Spitze des Fachbereichs, der auf umfangreiche Kenntnisse auf diesem Gebiet verweisen kann. „Ich habe Aufzugtechniker gelernt, an der damaligen Roßweiner Ingenieurschule noch 1990 studiert und habe am hiesigen Zentrum für Förder- und Aufzugtechnik gearbeitet“, sagt der Roßweiner. Seine Kompetenz fließt nun in die Ausbildung am MFM ein.

An der Einrichtung sind in diesem Jahr bereits 108 Teilnehmer an Kursen über zwei Tage oder eine Woche auf dem Gebiet der Aufzugtechnik geschult worden. „Das ist ein Gebiet mit Zukunft, und das nicht nur in Deutschland. Also ein Top-Job für junge Leute“, sagt Diether Hils. Viele Firmen würden Mitarbeiter auf diesem Gebiet händeringend suchen. Denn gleich ob Wohnungsgesellschaften, große Firmen oder die Bundesbahn, sie alle haben Aufzüge in Betrieb und sind für die Sicherheit der Nutzer verantwortlich.

„Wir bilden diese Fachleute aus. Die Interessenten benötigen dazu lediglich eine abgeschlossene Ausbildung in einem technischen Beruf“, erklärt der Geschäftsführer. Er denkt dabei an Elektriker, Metallbauer und Mechatroniker, um nur einige zu nennen. In einem halben Jahr werden die Teilnehmer zum Fachmonteurer für Aufzugtechnik ausgebildet.

Um dieses Qualifizierung auf hohem Niveau durchführen zu können, benötigt das MFM den Panorama-Aufzug. „Es handelt sich um eine Stahl-Glas-Konstruktion. Sie kommt an die westliche Hauswand, an der sich jetzt das Fensterband befindet“, informiert Thomas Meyer.

Da der Lift vor allem für die Ausbildung genutzt werden soll, ist er nur begrenzt öffentlich nutzbar. „Wenn uns Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Handicap besuchen, dann können sie den Aufzug nutzen. Sonst wird er verschlossen sein“, so Hils.

Der Aufzug ist ein Einzelstück. „In jeder Etage wird es ein umlaufendes Podest geben, von dem aus die Lehrgangsteilnehmer die Wirkungsweise der Bauelemente studoeren können“, informiert Meyer.

Mit dem Ausbau der Ausbildung soll eine weitere feste Stelle im Fachbereich Aufzugtechnik geschaffen werden, sagt der Geschäftsführer. Denn das MFM arbeite vor allem mit externen Dozenten, insgesamt greift die Einrichtung auf etwa 20 Honorarkräfte zurück.

„Wir wollen den Standort Roßwein weiter ausbauen. Denn hier finden wir eine gute Infrakstruktur vor, haben mit den Wohnheimen Übernachtunsgmöglichkeiten für die Lehrgangsteilnehmer und fühlen uns einfach wohl“, sagt Diether Hils, der aus dem Sauerland kommt. Und ganz nebenbei erwähnt er den „Roßweiner Aufgzugabend“, mit dem in geselliger Runde die Lehrgänge in der Margarethenmühle enden.