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August-Hitze lässt Wasserverbrauch steigen

Die Wasserversorgung hat kürzlich Jahreshöchststände beim Wasserverbrauch registriert. Gute Nachrichten gibt es beim Preis.

Hahn auf, Wasser marsch: Trinkwasser gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel. In den heißen Tagen der letzten Wochen war es gefragter denn je.
Hahn auf, Wasser marsch: Trinkwasser gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel. In den heißen Tagen der letzten Wochen war es gefragter denn je. © Symbolfoto: dpa

Riesa/Region. Außentemperaturen von mehr als 30 Grad im Schatten, kaum eine Wolke am Himmel: Das Wetter der vergangenen Tage und Wochen war geprägt von großer Hitze. Das macht sich anscheinend auch beim Trinkwasserverbrauch bemerkbar. 

Ende der ersten Augustwoche registrierte man bei der Wasserversorgung Riesa/Großenhain neue Jahreshöchststände bei den Werksabgaben von etwa 20.000 Kubikmeter pro Tag , wie Geschäftsführer Heiko Bollmann jetzt auf SZ-Anfrage sagte. Um das einzuordnen, liefert der Chef des Versorgers einen Vergleich mit: Im Januar beziehungsweise Februar dieses Jahres lag der Wert bei 13.000 Kubikmeter am Tag.

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Was für Mengen das sind, verdeutlicht die Umrechnung vom Kubikmeter- ins wohl gebräuchlichere Litermaß: Demnach wurden an den heißen Augusttagen 20 Millionen Liter Trinkwasser abgegeben. Viele im Handel erhältliche Wasserflaschen fassen 1,5 Liter.

Genug Reserven

Auch März und April dieses Jahres gab es im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittliche Abgaben in das Trinkwassernetz, sagt Heiko Bollmann. Sicherlich könne dabei ein Zusammenhang mit den Corona-bedingten Vorsorgemaßnahmen hergestellt werden, die einen Anstieg des häuslichen Verbrauchs durch Schulschließungen, Home-Office, bedingen. 

Für die Monaten Mai und Juni habe das Unternehmen hingegen Rückgänge bei den durchschnittlichen täglichen Werksabgaben registriert – im größten Wasserwerk in Fichtenberg waren es im Juli 70.000 Kubikmeter weniger als im Juni. Ursachen dafür können laut Heiko Bollmann der Sommerferienstart und die Urlaubsabwesenheit sein, aber auch höhere Regenmengen. 

Rohre, Motoren, Kabel, Beton: So sieht es im Wasserwerk in Fichtenberg kurz hinter der brandenburgischen Grenze aus. Das Wasserwerk ist das größte, das die WRG betreibt. Die Aufnahme entstand Mitte 2018.
Rohre, Motoren, Kabel, Beton: So sieht es im Wasserwerk in Fichtenberg kurz hinter der brandenburgischen Grenze aus. Das Wasserwerk ist das größte, das die WRG betreibt. Die Aufnahme entstand Mitte 2018. © Wasserwerk Fichtenberg

Im saisonalen Verlauf zeige der Trinkwasserverbrauch aber keine Besonderheiten im Vergleich zu vergangenen Jahren, so Heiko Bollmann. "Bereits in den Jahren 2018 und 2019 waren gegenüber langjährigen Mittelwerten starke Anstiege im Frühjahr zu verzeichnen, die sich in den Sommermonaten fortsetzen."

Ein Grund, alte Wasserfassungen zu reaktivieren – wie es andere Versorger wegen gestiegener Verbräuche vorhaben – gibt es bei der WRG nicht. Verbrauchssteigerungen könne man mit den in Betrieb befindlichen Brunnenfassungen auffangen, so Heiko Bollmann. Zudem seien in den letzten Jahren ausreichend Kapazitätsreserven geschaffen worden, zuletzt mit dem neuen Brunnenstandort am Paußnitzer Elbbogen.

Grundwasser geht zurück

Auch die gesunkenen Grundwasserpegel sind laut Heiko Bollmann kein Grund, sich Gedanken um die Versorgungssicherheit zu machen. Das Absinken bewege sich " im Rahmen langjähriger Schwankungsbreiten", so der Geschäftsführer. "Der kurzfristig zu beobachtende Rückgang wird aktuell nicht als gravierend eingeschätzt." Langfristige Entwicklungen könne man hingegen nicht abschätzen, so Heiko Bollmann. Dazu seien weitere Untersuchungen notwendig.

Apropos Untersuchungen: Die laufen auch beim Trinkwasser regelmäßig. Wie oft, schreibt die Trinkwasserverordnung den Versorgern vor.  "Mit den laufenden Beprobungen durch akkreditierte Labore wird die Einhaltung der Vorgaben durch unabhängige Dritte sichergestellt", unterstreicht Heiko Bollmann. Auswirkungen der Hitze auf die Trinkwasserqualität gibt es keine, so der WRG-Chef.

Kurzzeitige Preissenkung

Änderungen gibt es derweil beim Wasserpreis. Der liegt bei der WRG momentan bei 1,76 Euro brutto pro Kubikmeter und damit 4 Cent niedriger als nach der Preisanpassung Anfang 2019. Auch die nach Abnahmemengen gestaffelten Grundpreise sind niedriger. 

Grund ist die Senkung der Umsatzsteuersätze bis Ende des Jahres, die das Unternehmen an die Kunden weitergibt. Tun müssen die Kunden dafür nichts. "Wir werden den verminderten Umsatzsteuersatz von 5 Prozent automatisch in Ihrer Jahresverbrauchsabrechnung berücksichtigen", so die WRG auf ihrer Webseite, wo es auch heißt: "Der ermäßigte Steuersatz wird für Ihren gesamten Jahresverbrauch gelten."

Dass die Wasserpreise demnächst steigen – von der Rückkehr zu den normalen Umsatzsteuersätzen abgesehen – damit ist nicht zu rechnen: Bereits im April hatte Heiko Bollmann der SZ gesagt, dass es keinen Anlass gebe, die bis 2023 kalkulierten Preise anzupassen. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert, so der WRG-Chef jetzt.

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