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Aus dem Jonashof wird die "Zittauer Hütte"

Das ehemalige FDGB-Ferienheim in Jonsdorf hat neue Eigentümer, die große Pläne mit dem Objekt haben.

Matthias Haupt (links) und Thomas Schmid vor der Zittauer Hütte in Jonsdorf.
Matthias Haupt (links) und Thomas Schmid vor der Zittauer Hütte in Jonsdorf. © Matthias Weber

An der Fassade steht noch "Herzlich willkommen - Berglandhotel Jonashof". Ein Schriftzug aus vergangenen Tagen. In dem ehemals beliebten FDGB-Ferienobjekt in Jonsdorf, dass zuletzt viele Jahre von Hotelier Gert Linke als Gästehaus genutzt wurde, soll neues Leben einkehren. Dafür sorgen wollen Thomas Schmid und Matthias Haupt. Schmid ist von der Zittauer Schauburg bekannt, der er zusammen mit Elke Schäfer auch wieder Leben eingehaucht hat. Sein Kompagnon Haupt stammt wie er nicht aus der Oberlausitz, ist von der Region aber sehr angetan und hat sie lieben gelernt. 

Deshalb engagieren sich die beiden nun für Jonsdorf und das Zittauer Gebirge. Sie haben große Pläne für die "Zittauer Hütte", wie der ehemalige Jonashof jetzt heißt. Die wollen sie Schritt für Schritt umsetzen. Seit Juni wird das an der Zittauer Straße gelegene, fast 200 Jahre alte Umgebindehaus auf Vordermann gebracht, morsche Balken des Fachwerks sind zum Beispiel erneuert worden. Die Arbeiten wurden zuletzt auch auf den Wintergarten ausgedehnt, der laut Schmid kurz vor der Eröffnung steht. Als nächstes ist der Saal dran, für den sie schon Anfragen haben.

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Dass die Arbeiten recht schnell vorankommen, schreiben die beiden dem guten baulichen Zustand des Gebäudekomplexes zu. Von dem waren sie selbst etwas überrascht, hatten damit gerechnet, dass er schlechter sein könnte. In den 90er Jahren sei richtig viel Geld in die Hand genommen worden, um das Dach und die Zimmer zu sanieren, weißt Matthias Haupt. Davon profitieren die neuen Eigentümer nun. 

Und so konnten sie parallel auch schon den Restaurantbetrieb starten. In der Blockstube und auf den Außensitzplätzen werden den Gästen italienisch-mediterrane Speisen serviert. Matthias Haupt und Thomas Schmid wollen damit das Angebot von Jonsdorf erweitern und sich auch von den Mitbewerbern abgrenzen. Schräg über der Straße ist schon die nächste Gaststätte, der "Weiße Stein", zu finden.

Auch die alte Schmiede gleich neben der "Zittauer Hütte" will der Eigentümer angeblich zu einem Restaurant umbauen und dort, so erzählen es Einheimische, südamerikanische Küche anbieten. Sollte es dazu tatsächlich kommen, gebe es auf wenigen Metern drei Restaurants. Dieser kurze Abschnitt der Zittauer Straße wäre dann der gastronomische Hotspot des Kurortes. Matthias Haupt sieht die mögliche Konkurrenz in der unmittelbaren Nachbarschaft gelassen. Es bringe den Ort in Bewegung und die Jonsdorfer finden ein breiteres Angebot vor der eigenen Haustür.

Unabhängig von der Entwicklung in der Nachbarschaft wollen Matthias Haupt und Thomas Schmid die "Zittauer Hütte" zu einem guten Restaurant und Hotel entwickeln, in dem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme. Die ersten Übernachtungsgäste konnten das schon austesten, aber erst mal müssen die Bauarbeiten weiter voranschreiten, bevor der Hotelbetrieb intensiver betrieben werden soll, sagt Schmid.

Von vielen Menschen sind sie in den zurückliegenden Wochen angesprochen worden, die im früheren Jonashof gearbeitet, gewohnt oder gefeiert haben. "Das ganze Unterdorf kennt jemanden, der hier Silvester oder seine Hochzeit gefeiert hat", erzählt Matthias Haupt. Trotz des immer noch bekannten Rufes wollten er und sein Kompagnon nicht auf den alten Namen setzen, sondern mit der Bezeichnung "Zittauer Hütte" den Neuanfang dokumentieren. 

Und bei der Entwicklung des Objektes ist auch eine Erweiterung vorgesehen, so soll das Haus noch einen hauseigenen Wellness-Bereich bekommen. Sie knüpfen damit an eine alte Tradition an. Vor mehr als 160 Jahren ist an dem Standort eine Kaltwasserheilanstalt eröffnet worden, das "Bad Jonsdorf".

Bisher besteht das Team der "Zittauer Hütte" aus vier Mitarbeitern. "Wir suchen noch weitere feste Mitarbeiter und Aushilfen", wirbt Haupt um Personal. Dass es nicht leicht ist, neue Leute zu finden, dem ist er sich bewusst. Zu früheren Zeiten waren im Jonashof bis zu 60 Mitarbeiter tätig. Diese Zahl werden die beiden jetzigen Eigentümer kaum erreichen, aber sie sind davon überzeugt, dass das Zittauer Gebirge und die gesamte Oberlausitz in Sachen Tourismus noch einen deutlichen Schritt vorangeht. Dazu wollen sie mit der "Zittauer Hütte", deren Name eine Reminiszenz an die gleichnamige Hütte in den Alpen ist, ihren Beitrag leisten.

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