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Aus dem Osterzgebirge in den Weltraum

Die neue Ausstellung in Oberfrauendorf ermöglicht ein Erlebnis, das bisher weder Astronauten, noch Kosmonauten vergönnt war.

Torsten Zimmermann bereitet die mittlerweile zweite Weltraumausstellung vor. Wer will, kann dort einen Ausflug ins All erleben.
Torsten Zimmermann bereitet die mittlerweile zweite Weltraumausstellung vor. Wer will, kann dort einen Ausflug ins All erleben. © Karl-Ludwig Oberthuer

Nur wenigen Menschen war es bisher möglich, durch den Weltraum zu fliegen, und selbst für sie endete die Reise spätestens auf dem Mond. Im Glashütter Ortsteil Oberfrauendorf ist jetzt ein Erlebnis möglich, das weit darüber hinaus geht. Torsten Zimmermann hat eine Fortsetzung seiner Erfolgsausstellung „50 Jahre Mondlandung“ aus dem vergangenen Jahr gestaltet. Jetzt nimmt er seine Besucher mit auf eine „Reise durch das Sonnensystem“. So heißt die neue Ausstellung, die im Neubau der Firma Zahntechnik Schütz, dem Zahnwerk, in Oberfrauendorf zu sehen ist.

Auf Raumfahrt mit dem hübschen Roboter

Auf den ersten Blick ist es eine klassische Ausstellung. Große, professionell gestaltete Plakatwände informieren über die Sonne, ihre Entstehung und die Planeten sowie die großen Astronomen der Geschichte. Daneben steht unauffällig der Höhepunkt der Schau: acht abgedunkelte Kabinen, in denen die Gäste Virtual-Reality-Brillen aufgesetzt bekommen und damit in eine völlig neue Welt eintauchen. Ein hübscher Roboter lädt ein zu einer Tour von Planet zu Planet, die am Ende bis zum großen blauen Neptun führt. Mit der Brille wandeln sich die Ausstellungsbesucher in Raumfahrer.

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Sie können vor sich auf die Steuergeräte schauen, nach links blicken zu ihrer Begleiterin oder nach rechts, wo just im Moment des Vorbeiflugs am Jupitermond Io eine Gasexplosion zu sehen ist. Bisher haben Menschen so etwas noch nicht in Natur beobachtet. Aber die Raumsonde Voyager hat 1979 Fotos von einem solchen Vulkanausbruch auf dem Jupitermond gemacht. Zimmermann hat dieses Ereignis in seine Schau eingebaut. Die Ringe des Saturn ziehen an dem virtuellen Raumschiff vorbei. Dessen Insassen sehen, wie sich diese aus vielen Steinen zusammensetzen. Und schließlich nähern sie sich Neptun, dem großen blauen Planeten am Rande unseres Sonnensystems, den wir Menschen mit bloßem Auge gar nicht erkennen können.

Bilder von der Nasa und der russischen Raumfahrtagentur

„Wenn ich dann erlebe, wie die Menschen beeindruckt sind, ist das der richtige Lohn für unsere Arbeit“, sagt Zimmermann. „Das andere sind nur Einnahmen.“ Er hat die Ausstellung zusammen mit seiner Frau Birgit gestaltet, mit der er auch seine Werbefirma betreibt und mit Hilfe seines Sohnes William Schubert. Der 25-Jährige studiert in Chemnitz Volkswirtschaft mit dem Schwerpunkt Digitalwirtschaft. Er ist mit anderen jungen Leuten vernetzt, die Virtual-Reality-Projekte betreiben. Auf diesem Weg ist Zimmermann auch an zwei gute Sprecher gelangt, welche die Reise durchs Sonnensystem erklären. Der Sohn hat auch den Film so gestaltet, dass alles gut miteinander harmoniert.

„Die Bilder sind von der Nasa oder von der russischen Raumfahrtagentur, die ist führend bei der Erforschung der Venus“, erzählt Zimmermann. Für andere Objekte hat er sich die Rechte gekauft, um sie in den Film einzubauen, und das meiste ist dann selbst programmiert.

Hier treffen sich bei ihm auch Beruf und Hobby. „Virtuelle Realität hat ja noch viel mehr Potenzial“, sagt der Werbefachmann. So kann damit ein Architekt seinen Kunden das Gebäude schon anschaulich machen, bevor der erste Stein gebaut ist. Oder ein Autohaus kann den Kunden einen Eindruck von dem neuen Gefährt vermitteln, ohne dass der sich ins Auto setzen muss. „Hier wird die Zukunft noch viel bringen“, sagt Zimmermann.

Er kann sich auch vorstellen, seine virtuelle Raumfahrt noch etwas zu verfeinern und dann im Internet anzubieten. Auch für eine weitere Nutzung beispielsweise in einer Sternwarte oder einem Museum wäre er offen. Die Apollo-Präsentation hat er bereits in Köln und Dessau vorgestellt. Aber da wäre noch mehr möglich.

In Oberfrauendorf will er weitere Informationen zu unserem Sonnensystem vermitteln, was auch unter Corona-Bedingungen möglich ist. Die Ausstellung konnte zwar nicht im Mai starten wie ursprünglich geplant. Im Juli hat sie dann begonnen. Besucher müssen sich aber vorher anmelden, damit Zimmermann die Plätze an den VR-Stationen, sozusagen im Raumschiff, disponieren kann. „Im Schnitt sind die Besucher so 1,5 Stunden lang hier“, sagt der Ausstellungsgestalter. „Besonders Interessierte bis zu drei Stunden. 25 Minuten für den virtuellen Film sollte man aber unbedingt einplanen.“

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Ausgerechnet in einem Dorf bei Glashütte gibt es eine virtuelle Schau zum Mond. Besucher sollten schwindelfrei sein.

Ausstellung Reise durch unser Sonnensystem in Räumen der Zahntechnik Schütz im Glashütter Ortsteil Oberfrauendorf, An der Lockwitz 15. Nur nach Voranmeldung über www.vr-sonnensystem.de oder über Telefon 0178 9199187. Sonnabend und Sonntag ab 13 Uhr. Bis 25. Oktober geplant. Eintritt: 11 Euro, ermäßigt 8 Euro. 

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