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Aus den Dörfern: Betreutes Wohnen im alten Bettenhaus

Die Zahl der Senioren steigt. Um auch im hohen Alter noch würdevoll leben zu können, benötigen viele Hilfe und Unterstützung. Eine spezielle Einrichtung für die älteren Bürger fehlte bisher in und um Ostrau.

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Von Andy Scharf

Die Zahl der Senioren steigt. Um auch im hohen Alter noch würdevoll leben zu können, benötigen viele Hilfe und Unterstützung. Eine spezielle Einrichtung für die älteren Bürger fehlte bisher in und um Ostrau. Daher wundert es Eva Scharmann, die Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Mulde- Collm, nicht, wie groß der Andrang zum Tag der offenen Tür im neuen Wohnkomplex an der Jahnaaue in Ostrau ist. Sie hat mit Bauherrn und Vermieter Henry Litzke eine Kooperation geschlossen. „Das betreute Wohnen hat für die Mieter der Wohnungen viele Vorteile. Auf Wunsch werden sie gepflegt, Mitarbeiter bereiten das Mittagessen zu oder erledigen Aufgaben im Haushalt. Das können die Bewohner jedoch selbst bestimmen. Es ist keine Pflicht“, erklärt Eva Scharmann. Bis vor zehn Jahren wurde das Gebäude als Bettenhaus der Gaststätte „Wilder Mann“ genutzt.

Vermieter und AWO eröffnen mit der Einrichtung neue Möglichkeiten: selbst bestimmtes Leben in Sicherheit und Komfort ohne Schwellen und Hindernisse. Interessierten Senioren aber auch behinderten jungen Menschen stehen elf Wohnungen zur Verfügung: acht Ein- und drei Zweiraumwohnungen. Diese sind hell und modern ausgestattet. Das Bad ist behindertengerecht gebaut. Die Duschen sind ebenerdig, wie man es aus Krankenhäusern kennt. „So ist es problemlos möglich, im Sitzen zu duschen. Die Mehrzahl der Wohnungen ist mit einem Balkon ausgestattet, was die Lebensqualität hebt und bei vielen Senioren gefragt ist“, sagt Eva Scharmann. Und falls doch ein Unfall passiert, ist die Hilfe durch die vorinstallierte Notrufanlage schnell zur Stelle.

Eine Pflegefachkraft wird in Zukunft im Haus für die Betreuung der bedürftigen Bewohner zuständig sein. Hinzu kommt weiteres Personal für die Absicherung kultureller Angebote. Neben geselligen Spielnachmittagen seien auch Theaterbesuche oder Einkaufstouren denkbar. Eva Scharmann sieht auch eine kleine Sportrunde unter Anleitung eines Physiotherapeuten als interessantes Angebot. Zwei großflächige Begegnungsräume sollen soziale Bindungen durch gemeinsame Aktivitäten festigen.

Bereits jetzt gibt es viele Interessierte. Und daher ist ein Erweiterungsbau bereits in Planung. In diesem sollen eine Tagespflege sowie ein Lift untergebracht werden. Die Arbeiten gehen unmittelbar weiter. Für die Außenanlage hat Henry Litzke auch schon Pläne. „Ab Mai werden wir mit einem etwa 150 Quadratmeter großen Teich die Gestaltung des Gartenbereiches beginnen“, erklärt Litzke.

Informationen zu Leistungen im betreuten Wohnen erteilt AWO-Mitarbeiterin Romy Hunold unter 034324/23280. Mietinformationen gibt es unter 034324/22013 bei Heike und

Henry Litzke.