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Aus der Kammer wird ein Stübchen

Der Name für das Angebot ändert sich. Damit erhofft sich der Heimatverein mehr Zuspruch für das Projekt.

Von Cathrin Reichelt

Rauf auf den Sattel

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Die Klingel lässt Karin Hübner von ihrem Schreibtisch hochschnellen. Sie bittet eine ältere Dame herein. „Ich habe einen Mantel, eine Weste und einen Pullover mitgebracht, die mir nicht mehr passen“, sagt sie und wirft einen suchenden Blick in den Raum. Denn die Seniorin möchte nicht nur Sachen abgeben, sondern auch etwas mitnehmen. Sie sucht eine Jacke. So ganz überzeugen sie die ersten beiden Vorschläge von Karin Hübner nicht. Aber die dritte Jacke passt.

Das Kleingeld, das die Frau im Portemonnaie hat, reicht zum Bezahlen. Denn sie hat in der Harthaer Kleiderkammer eingekauft. Die hat allerdings seit Beginn des Jahres einen neuen Namen: Kleiderstübchen. Das Wort Kammer habe etwas Abwertendes. Es erinnere ein bisschen an Rumpelkammer. Stübchen sei gemütlicher und drücke das aus, was das Projekt ist – ein Angebot mit Herz. Das entsprechende Schild an der Tür fehlt noch. Das gestaltet derzeit Stammkunde Reinhard Olbrich.

Mit Herz ist auch Karin Hübner dabei. Sie betreut das zum Heimatverein gehörende Kleiderstübchen seit Jahren ehrenamtlich und würde sich ein wenig mehr Zuspruch wünschen. Sie hofft, die Namensänderung trägt dazu bei. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Das Kleiderstübchen befindet sich in einer Wohnung im Erdgeschoss des Hauses an der Straße der Jugend. Bis zum Eingang führen nur wenige Stufen. Parkplätze gibt es direkt vor der Tür.

Karin Hübner nimmt kostenlos Kleidung für Damen, Herren und Kinder entgegen und verkauft sie zu einem geringen Preis wieder. So werden die Betriebskosten für die Wohnung erwirtschaftet. „Wer Sachen abgeben möchte, sollte sich überlegen, ob er sie selbst noch anziehen würde“, sagt sie. Auch sauber und ordentlich sollte die Kleidung sein. „Ich habe hier keine Möglichkeit zum Waschen und Bügeln.“

Die Kleiderständer hängen voll. Doch etwas fehlt permanent: Schneeanzüge für Kinder in allen Größen. „Auch die Männer sollten mal in ihren Schränken nachschauen, ob noch alles passt, was dort drin ist“, meint Karin Hübner. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass sich die Herren schwerer von Dingen trennen, als die Damen. Die bringen auch mal Taschen, Schuhe oder Spielzeug von den Kindern vorbei.

Mitte März ändert sich das Angebot im Kleiderstübchen. Dann werden die Winter- gegen die Sommersachen getauscht. Ladenhüter verschwinden in großen Säcken und werden zur Veolia gebracht, alles andere bis zum Herbst eingelagert.

Das Kleiderstübchen an der Straße der Jugend 1 in Hartha hat montags bis donnerstags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Telefonisch ist Karin Hübner unter 0152/25169023 erreichbar.

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