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Aus der Mülltonne in den Tierpark

Die Würgeschlange, die im Juni 2012 mitten in Weigsdorf-Köblitz gefunden wurde, hat ein neues Zuhause gefunden.

Von Carolin Menz

Langsam aber sicher hat sie sich ins Herz der Mitarbeiter des Bischofswerdaer Tierparks geschlichen. Die Würgeschlange, die eigentlich nur vorübergehender Mitbewohner sein sollte, nachdem sie im Sommer 2012 in der Albert-Schweitzer-Siedlung im Cunewalder Ortsteil Weigsdorf-Köblitz gefunden worden war. Der Tierpark nahm die Schlange auf – eigentlich nur so lange, bis sich der Besitzer meldet. Doch scheinbar vermisste niemand den Königspython. Oder war er gar auf dem Mülltonnen-Stellplatz ausgesetzt worden?

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Nun könnte die Unbekannte einer der Stars werden im Schiebocker Zoo. Seit Freitag wird sie der Öffentlichkeit gezeigt im neuen Eingangsbereich und Begegnungszentrums des Tierparks. „Als wir die Schlange bekamen, wussten wir recht wenig über artgerechte Haltung und Fütterung. Bis dahin hatten wir noch nie eine Schlange. Wir informierten uns in Fachliteratur und befragten Experten“, sagt Tierparkleiterin Silvia Berger.

Schnell wurde klar, dass der Name Königspython Programm ist. Das Tier ist anspruchsvoll. Lebt am liebsten im beheizten Terrarium bei Temperaturen zwischen 28 und 30 Grad, bei Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent und verspeist am liebsten Mäuse. Untergebracht wurde das Tier in einem Terrarium, das Platz im Sozialgebäude fand. Und ganz allmählich gewöhnten sich Tierparkteam und Python aneinander. Man hatte sich eingerichtet mit dem Neuzugang, der zwar anspruchsvoll, aber auch genügsam ist. Nur alle drei Wochen gibt es Futter – drei Mäuse auf einmal. Seit seiner Ankunft legte das Tier mächtig zu und wuchs 20 Zentimeter. 1,20 Meter misst sie derzeit.

Sie fühlt sich wohl. Und hergeben wollte sie irgendwann niemand mehr. „Als der Bau des Begegnungszentrums begann, dachte ich, dass es schön wäre, die Schlange hier zu zeigen“, sagt Silvia Berger. Das Terrarium für den Python ist schick geworden. Samt imposantem Bewohner ein toller Blickfang neben dem weiteren – der präparierten Bärin Olympia. „Die Schlange passt gut ins Begegnungszentrum. Sie soll Botschafter sein für unseren Tierpark und seine Artenvielfalt. Sie soll aber auch Ängste vor Schlangen abbauen“, so Berger. Und sie soll Anlass sein für neue Veranstaltungen: „Wir wollen künftige Halter aufklären, was es bedeutet, exotische Tiere zu halten. Auch um zu vermeiden, dass wieder eins im Müll landet“, sagt Silvia Berger.