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Aus die Laus

Die Parasiten mögen Kinderköpfe. In Görlitzer Schulen und Kitas kennt man das Problem.

Einfache Kontrollmöglichkeiten auf Befall mit Läusen sind die Sichtung der Haare und das Durchkämmen mit einem speziellen feinzinkigen Kamm. In Görlitzer Schulen und Kitas sind Kopfläuse immer wieder mal ein Thema, unabhängig von der Jahreszeit.
Einfache Kontrollmöglichkeiten auf Befall mit Läusen sind die Sichtung der Haare und das Durchkämmen mit einem speziellen feinzinkigen Kamm. In Görlitzer Schulen und Kitas sind Kopfläuse immer wieder mal ein Thema, unabhängig von der Jahreszeit. © Lars Rosenkranz

Da hängen sie wieder: Hinweise über das Vorkommen von Kopfläusen in Schulen und Kindereinrichtungen. Für Eltern ist das die Aufforderung, die Köpfe ihrer Sprösslinge zu kontrollieren. Jetzt, in den zweiwöchigen Winterferien, ist zumindest in Schulen die Ansteckung mit den Plagegeistern ausgesetzt.

Kopfläuse sind ein Phänomen, das immer wieder auftritt. Das hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun, da diese Parasiten durch Haarewaschen mit gewöhnlichem Shampoo nicht beseitigt werden, heißt es aus dem Robert-Koch-Institut (RKI). Ihr Vorkommen steigt an, wenn die Verbreitung der Kopfläuse „durch mangelnde Kooperation oder unzureichende Behandlung begünstigt wird“, so das RKI. Das heißt, unternehmen Eltern nichts gegen das Ungeziefer, stellt das Kind immer wieder ein Reservoir für den Befall mit Kopfläusen dar und ist für alle Personen, die mit dem Kind Kontakt haben, ein Risiko. Läuse fühlen sich übrigens auch auf Erwachsenenköpfen wohl. Eine Ansteckung mit den Parasiten ist möglich, solange die Betroffenen nichts gegen die Läuseplage unternehmen. Enge zwischenmenschliche Kontakte, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen, begünstigen die Verbreitung, bestätigt das RKI. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt der Köpfe, zum Beispiel beim Schmusen oder beim Zusammenkommen der Köpfe über einem Spiel in der Kita. Die Läuse krabbeln über, springen aber nicht. In der Melanchthon-Oberschule Görlitz gab es erst Mitte Januar einen Läusebefall. Darüber wurde mit einem Aushang informiert. Dieses Schuljahr sei das Problem öfter aufgetreten als im vergangenen, heißt es aus der Schule. In der Scultetus-Oberschule dagegen gab es dieses Jahr noch keinen Hinweis auf Kopfläuse, dafür im Vorjahr mehrmals, wie Schulsachbearbeiterin Heike Großmann informiert. In den Kitas vom ASB kommen Läuse selten vor, wenn aber doch, sei das wie eine Welle, informiert Andrea Werner, Bereichsleiterin beim ASB.

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Das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz hat angewiesen, dass Kinder mit Kopfläusen so lange zu Hause bleiben, bis die Sorgeberechtigten eine Behandlung nachweisen. Ist die erfolgt, kann das Kind die Einrichtung wieder besuchen. Seit 2011 muss der Nachweis erfolgen, dass das Kind lausfrei ist. Meist erstellen ihn Kinder- oder Hausärzte. Eltern sind verpflichtet, der Einrichtung, die ihr Kind besucht, Mitteilung über Kopflausbefall zu machen. Amtsarzt Christoph Ziesch schätzt ein, dass „die meisten Eltern sehr vernünftig sind, das in der Kita mitteilen und ihren Sprössling behandeln, um die Plagegeister loszuwerden.“ Lediglich bei auffälligen Kindern, bei denen gegen den Lausbefall nichts unternommen wird, können Hausarzt oder Gesundheitsamt einschreiten, die Eltern über Möglichkeiten der Behandlung aufklären und sie auffordern, dem Kind Abhilfe zu verschaffen. Denn häufig macht sich der Parasit durch Juckreiz auf dem Kopf, vor allem hinter den Ohren und an den Schläfen, bemerkbar, was sehr unangenehm ist. Eine ständige Kontrolle in Schulen und Kitas auf das Vorkommen des winzigen Parasiten könne das Gesundheitsamt aber nicht leisten, so der Amtsarzt. Für eine Kontrolle am Kind ist die Einwilligung der Eltern erforderlich. Beim Gesundheitsamt gibt es eine Mitarbeiterin, die bei Bedarf Ansprechpartner für Lehrer und Erzieher ist und berät.

Die Behandlung bei Kopfläusen erfolgt mit speziellen Präparaten, die in Apotheken und Drogerien erhältlich sind. Heike Hentschke, Regionalleiterin beim Drogeriemarkt dm: „Bis jetzt konnten wir noch keine vermehrte Nachfrage an Läuseprodukten in unseren Görlitzer dm-Märkten feststellen.“ Gisela Steckel, Inhaberin der Görlitzer Mohren-Apotheke, kennt mehrere Präparate, die in Apotheken für die Kopflausbehandlung angeboten werden. Einige Mittel können für Kinder bis zwölf Jahre vom Arzt verordnet werden, für ältere Kinder und Erwachsene müssen sie selbst finanziert werden. Die Apothekerin informiert, dass es physikalische und chemische Mittel zur Lausabtötung gibt. Sie rät zu den physikalischen. Sie benetzen Haare und Läuse und töten das Ungeziefer bei richtiger Anwendung des Mittels ab. Bei den chemischen Präparaten hat die Apothekerin die Erfahrung gemacht, dass „die schlauen Läuse“ dagegen schon Resistenzen entwickelt haben und nicht sicher bekämpft wurden, trotz richtiger Anwendung. „Meist ist die Behandlung nach sieben bis zehn Tagen zu wiederholen“, sagt die Apothekerin, „denn unter Umständen hat doch etwas überlebt.“

Gisela Steckel hebt das Auskämmen der Haare mit einem feinzinkigen Kamm hervor. Die Nissenkämme – Nissen sind die Eier der Läuse – sind in Apotheken und Drogerien erhältlich, in vielen Mitteln zur Behandlung sind sie schon enthalten. Die Apothekerin rät, bei Läusen auch Schals und Mützen sowie Bettzeug zu behandeln – indem man alles wäscht. Plüschtiere drei Tage lang in einem verschlossenen Folienbeutel aufbewahren oder ins Gefrierfach legen, das tötet Läuse ab, lässt sie verhungern und erfrieren. Der Weg in Kita und Schule ist dann wieder frei – bis zur nächsten „Läuse-Zeit“.

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