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Aus für die Wohnwelten ist besiegelt

Die Hoffnung war vergebens: Für die Wohnwelt-Möbelhäuser im Landkreis hat sich kein Übernahme-Interessent gefunden. Das bestätigte jetzt die Pluta-Rechtsanwaltskanzlei in Bayreuth.

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Von Matthias Klaus

Ulrich Pfeifer zuckt bedauernd die Schultern. „Es hat sich leider nichts getan“, sagt der Bayreuther Rechtsanwalt. Noch bis zuletzt hatte er noch die – wenn auch kleine – Hoffnung gehabt, dass sich ein Interessent zur Übernahme der Möbelhäuser in Löbau und Zittau durchringt. Vergebens, die letzte Frist ist ergebnislos verstrichen. „Die Möbel werden jetzt verwertet“, sagt Ulrich Pfeifer. Der Mann von der Pluta-Anwaltskanzlei betreut den Fall der Wohnwelten.

Das heißt, ab Anfang September startet der Insolvenz-Ausverkauf. „Bis Mitte, Ende Oktober muss dann alles raus sein“, so der Rechtsanwalt. Danach gehen die Gebäude an die Vermieter zurück.

Die WMZ-Holding GmbH, zu der die Wohnwelt-Möbelhäuser gehören, hatte am 21. Mai den Insolvenzantrag am Amtsgericht Bayreuth gestellt. Neben Löbau und Zittau betreibt sie Häuser unter anderem in Niedergurig, Dresden, Freiberg und Altenburg. Am 1. August wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Von der Insolvenz sind insgesamt rund 400 Mitarbeiter in 13 Niederlassungen betroffen. Allein in der Zittauer Wohnwelt sind 90 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt. Die Umsätze der einzelnen Häuser seien zwar unterschiedlich, so Ulrich Pfeifer. Aber: „Ob Zittau, Dresden oder Altenburg – die Situation ist am Ende überall gleich.“ Einem Großteil der Mitarbeiter sei gekündigt worden, andere freigestellt. Der Rechtsanwalt: „Inwieweit ein Teil von ihnen beim kommenden Ausverkauf tätig wird, kann ich heute noch nicht sagen.“ Er hoffe, über kräftige Preisnachlässe zumindest die Kosten für das Beräumen der Gebäude wieder hereinzubekommen.

Stellungnahmen potenzieller Übernahme-Interessenten seien von vornherein eher zögerlich gekommen. Er höre immer wieder die gleiche Argumentation, so Ulrich Pfeifer: „geringe Kaufkraft, hohe Wegzugsrate vor allem der Jugend“. Bis Ende Juli floss noch das Insolvenzgeld für die Mitarbeiter. .Als damit Schluss war, schlossen die Möbelhäuser, der Geschäftsbetrieb wurde eingestellt.

„Unsere Auslieferungsverpflichtungen werden wir auf jeden Fall einhalten“, verspricht Rechtsanwalt Ulrich Pfeifer. „Alle Verträge, die bis jetzt geschrieben sind, gelten auch.“ Bei längeren Lieferzeiten, die bis nach Oktober, bis nach der Ausverkaufszeit laufen, werde eine Spedition für Pluta einspringen. Ulrich Pfeifer: „Wir haben vorsorglich entsprechende Unternehmen beauftragt.“