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Aus für Dürrröhrsdorfer Mittelschule besiegelt

Schweren Herzens ist es jetzt vollbracht. Mehrheitlich stimmten die Dürrröhrsdorf-Dittersbacher Gemeinderäte der Schließung der Mittelschule zum Ende des Schuljahres 2003/04 zu. Allerdings fügten sie dem Beschluss eine Erklärung an, die ihr Handeln für die Bürger nachvollziehbar machen soll.

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Von Ute Himmer

Schweren Herzens ist es jetzt vollbracht. Mehrheitlich stimmten die Dürrröhrsdorf-Dittersbacher Gemeinderäte der Schließung der Mittelschule zum Ende des Schuljahres 2003/04 zu. Allerdings fügten sie dem Beschluss eine Erklärung an, die ihr Handeln für die Bürger nachvollziehbar machen soll. Sie unterstreichen darin, „dass eine gleitende Aufhebung der Schule nicht den Zielen unserer Gemeindepolitik entspricht und gegen unseren Willen erfolgt.“ Ursprünglich legte des Schulamt das Aus für 2005 fest. Aber eine Fortführung der Einrichtung im Schuljahr 2004/05 ist mit vier Klassen pädagogisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Jetzt ist der Weg frei für den Umbau des Gebäudes

Mit dem Okay der Räte ist nun der Weg frei für den planmäßigen Umbau des Gebäudes in ein Kinder- und Jugendzentrum. Schon in der Juli-Ratssitzung stand die Schulschließung auf der Tagesordnung. Doch da lehnten die Räte unter großem Protest den Beschluss ab. Ihre Gründe lagen auf der Hand. Sie hatten sich monatelang für den Erhalt der Mittelschule eingesetzt, da kam das Aus für sie nicht in Frage. Schließlich hatte die Aufhebung der Dürrröhrsdorfer Einrichtung der Kreistag im Juni 2002 festgelegt.

Auch am Mittwochabend gab es insofern keinen Sinneswandel bei den Räten. Aber die Gemeinde ist als Schulträger in der prekären Lage, das Aus besiegeln zu müssen, obwohl sie es gar nicht will.

Bürgermeister Jochen Frank schilderte noch einmal einzelne Stationen der Entwicklung. Obwohl im Einzugsbereich der Mittelschule vergleichsweise die meisten Schüleranmeldungen vorlagen, wurde die Einrichtung der fünften Klassen in zwei Schuljahren versagt, erklärte der Ratschef. Dadurch gibt es im Schuljahr 2003/2004 nur noch sieben Klassen. Das sind zwei siebente Klassen, zwei achte, zwei zehnte sowie die neunte der Hauptschüler. Für das Schuljahr 2004/05 verbleiben damit lediglich vier Mittelschulklassen. Angesichts einer erzwungenen Schulschließung leidet bereits jetzt die Einstellung der Schüler zum Lernen, legte Frank dar. Aus diesem Grunde zog nun der Gemeinderat einen Schlussstrich. „Um einem künftigen teilweisen Leerstand des Gebäudes und einem möglichen Verfall zu begegnen, muss der Gemeinderat eine sinnvolle Nachnutzung planen.“ Die Dürrröhrsdorfer haben sich dazu entschlossen, die Einrichtung auch künftig für die Kinder und Jugendlichen durch den Umbau in ein Kinder- und Jugendzentrum mit Kindergarten, Krippe, Grundschule, Kinderhort, Jugendklub und Bibliothek zu nutzen. Dazu bedarf es aber unbedingter Termin- und Planungssicherheit, so die Räte.