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Aus Knöpfen entstehen bunte Mosaike

Der Hobbykünstler Michael Voigt aus Neusalza-Spremberg zeigt bis Anfang Mai außergewöhnliche Kunstwerke in der Reichenbacher Rathausgalerie.

© Constanze Junghanß

Von Constanze Junghanß

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Tausende Knöpfe fügen sich zu Bildern. Mosaikkunst – nicht aus den dafür üblichen Materialien, sondern aus bunten Plastikteilchen mit Doppel- und Vierfachloch in der Mitte – ist im Reichenbacher Rathaus zu entdecken. Schnallen auf der Leinwand gehören auch dazu. Ein Porträt ist dabei, Landschaften und Fantasiemotive. Michael Voigt hat die Szenarien zusammengesetzt. Der 72-Jährige untermalt dazu seine Werke mit Farbe und klebt dann die Knöpfe auf.

Wie kommt man auf eine solche Idee? Michael Voigt schmunzelt. „Ich sammle schon lange Knöpfe“, erzählt er. Anfangs waren es vor allem die historischen Exemplare, die seine Sammelleidenschaft beflügelten. Spätrömische Knöpfe hat der Neusalza-Spremberger ebenso zusammengetragen wie Knöpfe aus dem Mittelalter bis ins späte 18. Jahrhundert. Fundgrube sind Trödelmärkte und Verkaufsplattformen im Internet. Als ihm dann nach einer Ausstellung in der Ostsächsischen Kunsthalle Pulsnitz 1,5 Zentner Knöpfe zugeschickt wurden, gab das den Durchbruch hinsichtlich der Knopfideen. Die setzt der ehemalige Offset-Retuscheur, der bis vor zehn Jahren selbstständig in der eigenen Werkstatt arbeitete, in Bilder um. Konterfeis von Johann Müller – dem Begründer der Bärnauer Knopfindustrie – entstanden, und ein Selbstporträt. In der Reichenbacher Rathausgalerie sind jetzt das Selbstbildnis und Teile seiner Werke ausgestellt. Zur Eröffnung kamen 100 Besucher, darunter Helga Herzog aus Kunnerwitz. Sie hatte sich im Vorfeld der Ausstellung eine Kette aus Perlmuttknöpfen gebastelt, um dem Künstler zu zeigen, wie sie seine Werke schätzt.

Über 30 Objekte werden bis Anfang Mai im Reichenbacher Rathaus zu sehen sein. Voigt malt auch und arbeitet figürlich-abstrakt. Ein Torso aus Styropor bekam ein leuchtendes Knopfkorsett „angezogen“. Minihäuser sind zu Knopfstuben umfunktioniert. In einer Vitrine wartet der Kopf einer Medusa, deren „Haare“ aus einem Zwiebelsack bestehen. „Farbig, leicht und beschwingt“ möchte der Künstler seine Werke vermitteln. Das kommt bei den Besuchern auch so an. Es gibt Zuspruch, oft mit dem Zusatz, dass sich manche in „Knopfkunst“ ausprobieren wollen.