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Aus Kombüse wird Strandbar Markise

Nach dem Aus des Imbiss jetzt der Lichtblick: Am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees startet ein neues Angebot.

Für den Neustart im Imbiss am Boxberger Strand sind die Weichen gestellt.
Für den Neustart im Imbiss am Boxberger Strand sind die Weichen gestellt. © Constanze Knappe

Badegäste und Touristen am Bärwalder See wird’s freuen: Die Gastronomie am Boxberger Ufer ist gesichert. Am Kiosk des Campingplatzes „Sternencamp“ war sie das sowieso. Doch jetzt geht es auch am Badestrand weiter. Der Gemeinderat Boxberg hat in seiner jüngsten Sitzung die Weichen dafür gestellt. André Markwitz möchte bis vorerst Ende des Jahres eine Imbissversorgung an der Strandpromenade anbieten. In der Gemeinde ist man froh, dass es für die Kombüse einen Nachfolger gibt.

Der Boxberger und seine Frau gehen die Sache beherzt an. „Eine Strandbar war schon immer unser Traum“, sagte Yvonne Markwitz. Mit einem solchen Konzept hätten sie sich schon vor Jahren in Boxberg beworben, seien aber „abgeschmettert“ worden. Jetzt nutzen sie die Chance zu einem zweiten Anlauf. „Wir wollen uns selbst verwirklichen. Und wir freuen uns darauf“, fügte sie hinzu. Gerne hätte man den Namen Kombüse übernommen, sei sich aber „über die Rechte nicht einig geworden“. So wird aus der Kombüse die Strandbar Markise. Zwar kenne man die Abläufe noch nicht, weil ja eine Gaststätte etwas anderes ist als eine Strandbar, aber bange ist den beiden trotzdem nicht. „Wir können das“, sagen sie. Und es klingt überzeugend.

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Öffnung ganzjährig geplant

Wie André Markwitz in Aussicht stellte, soll die Strandbar Montag bis Donnerstag von 10 bis 19 sowie Freitag bis Sonntag jeweils bis 22 Uhr geöffnet sein. Allerdings, so schränkte er ein, „wenn es personaltechnisch machbar ist“. Armin Hoffmann als Geschäftsführer der bisherigen Inhaberin hatte bereits das Problem, nur schwer Personal finden zu können. Doch im Gegensatz zu seinem Saisongeschäft schwebt dem neuen Betreiber vor, „die Gaststätte auch im Winter zu öffnen“. Die baulichen Voraussetzungen dafür hatte Armin Hoffmann bereits im vorigen Jahr geschaffen. Front und Seitenwände lassen sich elektrisch zuschieben, so dass man am Imbiss an der Strandpromenade auch bei Wind und Wetter sitzen kann.

Langjährige Nutzung beabsichtigt

Das klingt nach einem vielversprechenden Neustart. Danach hatte es zunächst gar nicht ausgesehen, als die Hotel und Erlebnispark Oberlausitz GmbH bekanntgab, nach Corona die Kombüse nicht wieder öffnen, sich stattdessen als Investor vom Bärwalder See zurückziehen und alle Pläne für Gastronomie und andere Projekte begraben zu wollen. Um den Weg für einen gastronomischen Neubeginn freizumachen, musste zunächst der Nutzungsvertrag von 2017 aufgehoben werden. Das passiert zum Ende 2020. Bis dahin sichert André Markwitz die Versorgung „in einer sofortigen Unternutzung“. Dem stimmte der Gemeinderat mit einer Enthaltung zu.

Ebenso wie dem Abschluss eines neuen Nutzungsvertrags zur Errichtung einer Strandversorgung ab Januar 2021. Der Vertrag mit André Markwitz soll eine Laufzeit bis Ende 2040 haben. Das Entgelt für die 340 Quadratmeter große Fläche beträgt 2.500 Euro pro Jahr, zuzüglich der Mehrwertsteuer. Das sind pro Jahr 460 Euro mehr als bisher. Amtsleiter Roman Krautz begründete die Mehrkosten mit den noch ausstehenden Investitionen. Da es sich um ein gemeindeeigenes Grundstück handelt, sei diese zu Erschließung und Bau der Hausanschlüsse für Trink- und Abwasser verpflichtet. Ebenfalls noch offen sei der Breitband-Anschluss. Der sei wichtig, so Roman Krautz, „falls digitale Kassentechnik installiert werden soll“. Die Gemeinde hat das Grundstück an der Strandpromenade beim Kreis zum geförderten Breitbandausbau angemeldet. „Da die Kombüse eine Haus-Nummer hat und der Staat dafür einen Anschluss verspricht, sollte es funktionieren“, ist André Markwitz zuversichtlich.

Und das ist man auch in der Gemeinde Boxberg. Bürgermeister Achim Junker wünschte dem Ehepaar Markwitz „das notwendige Quentchen Glück“. Da er die beiden kenne, denke er, dass es klappt. Ähnlich hatte sich zuvor Horst Jannack (Linke) geäußert. Auch er wünschte Glück und sieht es als „sehr erfreulich, dass es für ein alle bewegendes Problem nun eine Lösung gibt“. Zudem sei er „froh, dass die Nutzung über 20 Jahre geht und nicht an ein anderes Projekt gekoppelt ist“.

Betreiber für WC-Anlagen gesucht

Mit beiden Beschlüssen hat der Gemeinderat Bürgermeister Achim Junker (CDU) ermächtigt, die erforderlichen Rechtshandlungen vorzunehmen. Die Gemeinde Boxberg behält sich jedoch vor, „die Rechtsakte wieder rückgängig zu machen“. Und zwar dann, wenn der Verkauf der baulichen Anlagen der mobilen Imbissversorgung zwischen der Hotel und Erlebnispark Oberlausitz GmbH und den Eheleuten Markwitz nicht zustande kommt.

Ein Problem sieht Horst Jannack allerdings in der Frage der Toiletten. Die öffentlichen WC-Anlagen am Boxberger, Uhyster und Klittener Ufer sind in dieser Saison nur beschränkt geöffnet. In Umsetzung des vom Gemeinderat beschlossenen Haushaltsstrukturkonzepts sollen sie sogar zum 1. Januar 2021 verkauft oder an private Betreiber – vorzugsweise an die in unmittelbarer Nähe befindlichen touristischen und gastronomischen Anbieter – übergeben werden. Interessenten können ihre Angebote bis 31. Oktober 2020 an die Gemeindeverwaltung Boxberg richten.

Baden mit Corona-Regeln erlaubt

Bezogen auf den neuen Betreiber der Strandversorgung gab Roman Krautz zumindest vorerst Entwarnung. „Bis Jahresende bleibt alles, wie es ist. Dann wird man schauen, was das Interessenbekundungsverfahren für alle WCs am Bärwalder See zum Ergebnis hat“, erklärte der Amtsleiter. Ohnehin sei eine Toilette an den Imbiss am Boxberger Ufer gebunden. Das sei auch bisher schon so gewesen, fügte er hinzu.Ausdrücklich wies Bürgermeister Achim Junker in der Sitzung des Gemeinderats noch einmal darauf hin, dass das Baden im Bärwalder See an den frei zugänglichen Badebereichen in Boxberg, Uhyst und Klitten bis 15. September erlaubt ist – allerdings nur unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen. „Die Hauptzugangsbereiche der Badestellen sind mit entsprechenden Piktogrammen beschildert“, sagte er. Ob sich Badegäste und Touristen auch daran halten, werde durch die Ordnungsbehörden kontrolliert.

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