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Aus Mohorn zieht wieder Duft herüber

Weihnachten. Mit großen Schritten naht die Zeit der Räucherkerzen.

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Von Gudrun Janicke

Beim Knox-Räucherkerzenhersteller in Mohorn vor den Toren Dresdens ist Weihnachten schon da. In einem bunten Duftpotpourri riecht es nach Tanne, Weihrauch, Myrrhe und Zimt, nach Pfefferkuchen und Vanille. Beim ältesten Räucherkerzenproduzenten Deutschlands laufen die Vorbereitungen für die Festtage auf Hochtouren. „Etwa 50 bis 70 Tonnen Kerzen werden im Jahr produziert“, sagt Geschäftsführer Andreas Brodien.

Sachsen ist traditionell Räucherkerzenland. Im Erzgebirge werden seit dem 19. Jahrhundert Räuchermänner gefertigt, die in alle Welt gehen. „Räucherkerzen gibt es aber schon länger“, sagt Geschäftsführerin Marion Koch. Rauchopfer sind in verschiedenen Religionen bekannt, auch in der Medizin wurde geräuchert. In Apotheken gab es ab dem 18. Jahrhundert „Candelae fumales“ – Räucherkerzen, die unter anderem zur Linderung von Atembeschwerden verordnet wurden.

Fein gemahlen und geheim

Grundstoff für die Kerzen ist Holzkohlepulver. „Die genaue Rezeptur ist Firmengeheimnis“, sagt Koch. Dazu kommen verschiedenste Duft und Aromastoffe, die fein gemahlen und mit ebenfalls geheimen Bindemitteln zu einem formbaren Teig verarbeitet werden. Daraus entstehen maschinell die Kerzen, die dann bei konstanten 38 Grad über vier Tage lang trocknen.

Aus der kleinen Firma mit rund zehn Mitarbeitern und Aushilfen in der Saison kommen Räucherkerzen in 40 bis 45 Duftnoten. „Meist haben wir den richtigen Riecher“, sagte Geschäftsführer Brodien, auch wenn manches gewöhnungsbedürftig sei, wie die Tabak- oder die leicht süßliche Opium-Kerze.

Zu DDR-Zeiten gingen 75 Prozent der Produkte in den Westen, hier, in ihrer Heimat, waren die bunten Kerzen Bückware. „Auch heute gehen noch 80 Prozent der Räucherkerzen in den Westen, jedoch an die Großhändler“, sagt Brodien, der mit Koch das private Unternehmen seit Mitte der 80er Jahre führt. „Und kommen dadurch wieder zurück in die neuen Bundesländer.“ (dpa)