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Aus Plus wird Penny

Im Plus-Markt beim Rauschwalder Kreisverkehr war gestern Vormittag richtig gut Betrieb. Damit die Kunden nicht zu lange warten müssen, wurde die zweite Kasse geöffnet. Das wird bald gar nicht mehr nötig sein.

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Von Carla Mattern

Im Plus-Markt beim Rauschwalder Kreisverkehr war gestern Vormittag richtig gut Betrieb. Damit die Kunden nicht zu lange warten müssen, wurde die zweite Kasse geöffnet. Das wird bald gar nicht mehr nötig sein. Am 31. Dezember schließt der Markt seine Pforten. Das bestätigte eine Sprecherin der Tengelmann-Gruppe der SZ auf Nachfrage. Der Plus in Rauschwalde ist damit einer der wenigen deutschlandweit, den die Tengelmann-Gruppe nicht an den Mann bringen konnte. Der Konzern trennt sich komplett von seinem Discounter-Geschäft. Die meisten der Märkte mit dem blau-orangefarbenen Schriftzug gehen an das Unternehmen Edeka, das macht in der Mehrzahl Netto-Märkte daraus.

Bis Ende März umstellen

Die meisten Plus-Märkte in Görlitz und dem Umland werden künftig aber Penny-Märkte. Der Plus-Markt in der Görlitzer Bahnhofstraße und der geplante, noch im Bau befindliche an der Goethestraße, der Reichenbacher an der Löbauer Straße und auch die nahegelegenen Plus-Märkte in Ostritz und Niesky wurden an die Rewe-Gruppe verkauft. „Bis spätestens Ende März 2009 stellen wir diese Märkte auf das Penny-Konzept um“, sagt Andreas Krämer, der stellvertretende Pressesprecher der Rewe-Group auf Nachfrage. Solange also an den Märkten noch Plus dransteht, wird drin auch noch das Plus-Angebot zu haben sein. Die Mitarbeiter werden mit übernommen, so Krämer. Ob der neue Markt an der Goethestraße in der Südstadt im Januar eröffnet wird, das kann der Pressesprecher noch nicht sagen.

Bäcker und Fleischer betroffen

In Rauschwalde trifft die Plus-Schließung auch die im gleichen Gebäude untergebrachten Bäcker- und Fleischer-Filialen. Seit wenigen Tagen informieren die Mitarbeiter der Thüringer Fleischerei Wolf per Aushang die Kunden darüber, dass zum Jahresende geschlossen werden muss. Die Mitarbeiterinnen sind gekündigt, hoffen aber darauf, dass es weitergeht, wenn ein neuer Markt öffnet. Darauf setzen auch die Frauen am Stand der Ober-Neundorfer Bäckerei Tschirch.

Immerhin: Der Textil-Billiganbieter Kik und der Getränkemarkt Fristo sind von der Plus-Schließung nicht betroffen. Man erzählt sich, dass der Vermieter der Immobilie mit den Ketten Norma und Aldi verhandeln soll.

Für viele Kunden ist die Schließung eine bittere Pille. „Wir waren immer zufrieden. Wir gehen hier alles einkaufen, auch die Schwiegertochter, die in Holtendorf wohnt. Hier hat es alles gegeben, was man so braucht. Jetzt müssen sich die Leute kümmern“, sagt Waltraud Schneider, die im Gladiolenweg wohnt. Marianne Mühle sagt: „Es tut einem leid, wenn wieder was zugemacht wird“.

Unklar scheint noch, was aus den Mitarbeitern wird. Die Tengelmann-Sprecherin sagt, dass allen Arbeitsplätze bei Netto angeboten würden. Ob das schon konkret sei, kann sie nicht sagen. Die Mitarbeiter dürfen nichts sagen.