SZ +
Merken

Aus Plus wird Penny

Wir schließen am 28. Januar 20Uhr. So steht es im Eingangsbereich des Plus-Marktes am Bautzener Bahnhof. Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Fusion von Plus und Netto bleibt auch in Bautzen und Umgebung nicht ohne Folgen.

Teilen
Folgen

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Wir schließen am 28. Januar 20Uhr. So steht es im Eingangsbereich des Plus-Marktes am Bautzener Bahnhof. Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Fusion von Plus und Netto bleibt auch in Bautzen und Umgebung nicht ohne Folgen. Doch einkaufen wird man hier weiterhin können.

Die typischen Plus-Farben Blau und Orange verschwinden allerdings nicht nur aus dem Bautzener Stadtbild, auch die anderen Filialen im Altkreis, insgesamt sieben, verändern in den nächsten Wochen ihr Gesicht. Künftig dominieren dort Rot und Gelb – Netto zieht jedoch nicht ein. Stattdessen werden die Filialen schrittweise in Penny-Discounter umgewandelt. Nach jeweils etwa einwöchiger Schließzeit, in der umgebaut wird, eröffnen sie im Februar und März neu.

Mitarbeiter übernommen

Das Sortiment werde dann rund 1400Artikel umfassen, darunter etwa 100 der Bio-Marke „Naturgut“ und auch 160 Ostprodukte, informiert Stephanie Maier, Sprecherin der Rewe-Gruppe, zu der Penny gehört. Mehrmals täglich würden in den Märkten Brot und Brötchen gebacken. Ob die Öffnungszeiten wie anderenorts bis 22Uhr ausgedehnt werden, richte sich nach den Kunden-Wünschen und werde vor Ort geprüft. Die Beschäftigten würden übernommen. „Wir setzen darauf, die neuen Standorte mit qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern zum Erfolg zu führen.“ Auch die Untermieter – meist Bäcker- und Fleischer-Filialen – würden in den Märkten bleiben. Am Bautzener Bahnhof hat in dieser Woche der Fleischerstand nach kurzer Schließzeit wieder eröffnet. Der gehörte bislang zum Löbauer Fleischwerk, das jedoch in Insolvenz ging und nun mit den meisten seiner Filialen durch die Fleischerei Richter aus Niesky übernommen wurde.

Keine Schließung geplant

Eine Markt-Schließung sei laut Stephanie Maier derzeit an keinem der neuen Standorte geplant. „Wir haben die Märkte gekauft, um weiter zu wachsen.“ Bisher betreibt Penny Filialen in Bischofswerda, Großdubrau, Königswartha, Schirgiswalde, Sohland und Weißenberg. Dass nun neue dazu kommen, hat mit einer Auflage des Bundeskartellamtes zur Fusion von Plus (Tengelmann) und Netto (Edeka-Gruppe) zu tun. Demnach mussten Plus-Märkte dort, wo der größte deutsche Einzelhändler Edeka bereits eine große Marktmacht hat, an Konkurrenten verkauft werden. Das ist vor allem in Ostdeutschland der Fall. Insgesamt gehen 328 der bundesweit rund 2700Plus-Märkte an die Rewe-Gruppe, die aus ihnen Penny-Discounter macht.