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Ausbau der B 98 in Neukirch nicht in absehbarer Zeit

Teile der Straße dürfen nur noch mit Einschränkungen befahren werden. Kraftfahrer bekommen das jetzt einmal mehr zu spüren.

© Thorsten Eckert

Von Ingolf Reinsch

Mit Tempo 30 durch Neukirch – viele Kraftfahrer nervt es einfach nur noch, wenn sie zwischen Eisengießerei und Forstweg einen Lkw hinterherfahren müssen und nicht überholen können. Bereits seit dem Jahr 2006 gilt auf dem knapp einen Kilometer langen Abschnitt der Bundesstraße diese Geschwindigkeitsbegrenzung für Lastkraftwagen. Anwohner hatten sich damals Luft gemacht. Sie befürchten aufgrund des schlechten Straßenzustandes Schäden an ihren Häusern, wenn Brummis schneller fahren.

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Jetzt ist eine zweite „Langsamfahrstrecke“ hinzu gekommen: Auch ab der Kreuzung am Hotel „Oberland“ in Richtung Bischofswerda gilt nun in beiden Fahrtrichtungen auf 200 Metern für Lkw Höchsttempo 30. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr – zuständig für Bundes- und Staatsstraßen in Sachsen – habe die Begrenzung beim Landratsamt beantragt, sagte dessen Sprecherin Sabine Rötschke auf Anfrage der SZ. Grund für das Tempolimit ist auch dort der schlechte Straßenzustand.

Die neue Regelung gelte „bis auf Widerruf“, so die Sprecherin der Kreisbehörde. Ein konkretes Datum wurde nicht festgelegt. Damit dürften die Tempo 30-Schilder erst dann wieder vom Straßenrand verschwinden, wenn auch dieser Straßenabschnitt ausgebaut bzw. die Straßendecke erneuert worden ist.

Eine Sanierung der noch nicht ausgebauten Teile der B 98, in Neukirch ist Sache des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Dort kommt die Planungsmaschinerie langsam in Gang. Lasuv und Gemeinde schlossen im Mai dieses Jahres eine Planungsvereinbarung über den Straßenausbau ab, sagte Peter Welp, Vize-Pressesprecher des Landesamtes, auf SZ-Anfrage. Diese Vereinbarung ist erforderlich, weil der Straßenbau von beiden Seiten geschultert werden muss. Das Lasuv finanziert den Ausbau der Straße. Der Bau eines Fuß-, eventuell auch Radweges sowie die Straßenbeleuchtung sind hingegen Aufgaben der Gemeinde. Peter Welp: „Die Vorplanung wurde beauftragt und wird voraussichtlich bis Ende 2013 vorliegen. Die weiteren Planungen sind zeitlich derzeit nicht einschätzbar.“ Nach den Erfahrungen ist davon auszugehen, dass der Planungsprozess mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Erst wenn die Pläne für den Straßenausbau fertig und bestätigt sind, kann das Vorhaben auch in die Finanzierungspläne aufgenommen werden.

Auf der B 98 in Neukirch kommt es zunehmend zu Problemen, die sich auch auf die Verkehrssicherheit auswirken. Erst kürzlich musste das Landratsamt im Niederdorf zwei Warnbaken aufstellen lassen, um Gefahrenstellen zu markieren. Dort gab es Absenkungen an der Straßenentwässerung. Inzwischen sind diese Schäden repariert worden. Doch nach Einschätzung des Landratsamtes müsse man mit weiteren Schäden rechnen. Die Behörde habe den schlechten Zustand dem Lasuv angezeigt, heißt es in Bautzen.

So schizophren es scheint: Mit jedem neuen Schaden an der Bundesstraße wachsen die Chancen, dass die Straße eventuell doch früher als gegenwärtig abzusehen gebaut werden könnte. Lasuv-Sprecher Peter Welp: „Sollten Zustände eintreten, die durch normale Unterhaltung nicht mehr beherrschbar sind, so haben wir die Möglichkeit, kurzfristig zu reagieren.“ Dazu gehören zum Beispiel Erhaltungsmaßnahmen, die abschnittsweise ausgeführt werden, sowie ein sofortiger Bau dieser wichtigen Straße, sollte Gefahr im Verzug sein.

Probleme auch in Ringenhain

Die noch nicht sanierten Teile der Neukircher Ortsdurchfahrt sind nicht die einzige offene Baustelle auf der B 98 im Oberland. Auch in Ringenhain muss die Bundesstraße noch ausgebaut werden – Baubeginn offen. Nach Angaben des Lasuv gebe es dort bisher überhaupt noch keine Planung. Der Gemeinderat von Steinigtwolmsdorf signalisierte aber Interesse an einem Ausbau und fasste bereits im vergangenen Jahr einen Grundsatzbeschluss. Demnach will die Gemeinde Geld für den Bau eines Fußweges bereitstellen, wenn die Straße irgendwann einmal saniert werden sollte.