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Ausbau der Ortsdurchfahrt rückt näher

Betroffene hatten am Mittwoch Gelegenheit, sich zu den Plänen zu äußern. Zur Überraschung aller war der Erörterungstermin in Rekordzeit beendet.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

Volkersdorf. Über kaum ein anderes Straßenbauvorhaben auf Radeburger Stadtgebiet wurde in den vergangenen Jahren mehr und heftiger diskutiert als den Ausbau der Ortsdurchfahrt Volkersdorf. Kein Wunder. Schließlich wurden die ersten Planungen bereits vor über zehn Jahren in Auftrag gegeben.

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Der Zustand der Staatsstraße 96 hat sich seit dem von Jahr zu Jahr weiter verschlechtert. Bei gleichzeitiger Zunahme des Verkehrs. Leidtragende sind die Bewohner des südlichsten Radeburger Ortsteils. Denn an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde hält sich kaum ein Autofahrer. Fußwege sind spärlich gesät und noch dazu äußerst schmal. Auch der Kindergarten ist nicht über einen Fußweg erreichbar. Öffnet sich doch einmal eine Lücke im Fahrzeugstrom wird die Straße im Laufschritt überquert. Egal, ob mit oder ohne Kinderwagen.

Umso überraschter waren am Mittwoch wohl alle Beteiligten, dass der von der Landesdirektion angesetzte Erörterungstermin in weniger als einer Stunde beendet war. In der Regel dauern Termine für ein derartiges Bauvorhaben einen ganzen Tag, manchmal sogar zwei. Schließlich werden hier die von Betroffenen im Zuge des Planfeststellungsverfahrens erhobenen Einwände erörtert, um im besten Fall Lösungen zu finden, die spätere Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss nach Möglichkeit vermeiden.

Doch ein derartiges Konfliktpotenzial scheint es nach all den Planungen, Diskussionen und Umplanungen der vergangenen Jahre beim Ausbau der S 96 in Volkersdorf nun also nicht mehr zu geben. „Es war ein guter Tag“, resümiert daher auch Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos). Sie war nur kurz zu Beginn des Termins im Radeburger Ratssaal anwesend und eilte dann zur Kranzniederlegung für die Opfer des Nationalsozialismust. „Als ich um elf wieder zurück war, war schon alles vorbei.“ Fragen habe es wohl trotz mehrmaliger Aufforderung keine gegeben. Offen scheint nach dem Kenntnisstand der Rathauschefin daher nur noch ein kleiner Flächenaustausch zwischen der Stadt und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zu sein. „Das ist aber kein Problem, dass klären wir auf Verwaltungsebene.“

Einem Planfeststellungsbeschluss steht damit offenbar nichts mehr im Wege. „Er wurde uns für Mitte des Jahres signalisiert“, ergänzt Michaela Ritter. Wann allerdings gebaut wird, ist auch nach dem guten Verlauf des Erörterungstermins weiter offen. Denn noch ist das Geld dafür beim Lasuv nicht eingeplant. Und auch die Stadt weiß noch nicht genau, was sie als Eigenanteil für den Bau der Fußwege und Straßenbeleuchtung beisteuern muss.

„Die einzige Zahl, die wir bisher mal gehört haben, sind 200 000 Euro.“ Allerdings haben sich die Schätzungen für die Gesamtbaukosten von ursprünglich 1,6 Millionen auf nunmehr über 3,1 Millionen Euro erhöht. Das liegt zum einen an der Entwicklung der Preise für Bauleistungen, aber auch daran, „dass jetzt die Promnitz in Größenordnung umverlegt werden soll, weil die Anforderungen an den Hochwasserschutz gestiegen sind“. Dennoch rückt der Bau nun näher.