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Radeberg

Ausbau der S 177 verzögert sich

Zwischen Medingen und Ottendorf-Okrilla wird frühestens 2020 gebaut. Damit liegt auch der Bau des Geh- und Radwegs erneut auf Eis.

Zwischen Medingen und Ottendorf-Okrilla sollen die S 177 erneuert sowie ein Geh- und Radweg gebaut werden.
Zwischen Medingen und Ottendorf-Okrilla sollen die S 177 erneuert sowie ein Geh- und Radweg gebaut werden. © Thorsten Eckert

Ottendorf-Okrilla. In diesem Jahr sollte es eigentlich soweit sein: Die S 177 östlich von Medingen sollte ausgebaut und ein Geh- und Radweg geschaffen werden. Eine Maßnahme, auf die in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla bereits seit 14 Jahren gewartet wird. Und auf die nun noch weiter gewartet werden muss. Denn 2019 werden die Bauarbeiten auf keinen Fall mehr beginnen.

Anfang des Monats hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung noch einen Vorgriff auf den Haushalt beschlossen, um Fördermittel für das Bauprojekt beantragen zu können. Das ist eine gemeinsame Maßnahme des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und der Gemeinde. Ottendorf-Okrilla ist dabei für den Bau des Geh- und Radweges zuständig. Kosten einschließlich Beleuchtung und einem Puffer für Kostensteigerungen: rund 326 000 Euro. Die erwarteten Fördermittel für 2019 und 2020 betragen in Summe 132 500 Euro, wie Kämmerer Robin Lehmann erklärte. Das Einstellen der Gelder in den Haushalt wurde von den Gemeinderäten einstimmig beschlossen.

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Dem Lasuv fehlt Geld

Schon in der Ratssitzung wurden allerdings Zweifel geäußert, ob es in diesem Jahr wirklich noch zu einem Baustart kommt. Wie Ottendorfs Bauamtsleiter Andreas Jäpel auf Nachfrage von Gemeinderat René Edelmann erklärte, solle die Baumaßnahme noch in diesem Jahr ausgeschrieben und auch mit dem Bau begonnen werden. Das habe das Landesamt kürzlich bei einem Treffen mit Bürgermeister Michael Langwald mitgeteilt.

„Das Gespräch war nicht sehr schön“, berichtete daraufhin Langwald. Denn dem Lasuv fehlt das Geld, um die Maßnahme beginnen zu können. Man habe nun eine Gemeinschaftsmaßnahme, bei der einer nicht mitziehen könne, sagte der Bürgermeister. In dem Gespräch habe er noch einmal auf die besondere Situation bei der Ortsverbindung hingewiesen, erklärte der Bürgermeister. Denn bereits seit dem Jahr 2005 werde der Baubeginn angekündigt. Doch noch immer müssen Radler auf der Staatsstraße statt auf einem sicheren Radweg fahren.

Wie Jäpel erklärt, habe das Landesamt zur Finanzierung mit einer Haushaltsübertragung arbeiten wollen, was aber nicht funktioniert habe. Deshalb gebe es in diesem Frühjahr auch keine Ausschreibung. Was einen Baustart noch in diesem Jahr betrifft, war Jäpel schon in der Ratssitzung skeptisch.

Andeere Bauvorhaben haben Vorrang

Die Zweifel waren berechtigt, wie eine Anfrage beim Lasuv zeigt. Man habe die Maßnahme dieses Jahr nicht im Bauprogramm, teilt dessen Sprecherin, Isabel Siebert, am Freitag mit. Das Landesamt hoffe, dass ein 2020 ein Baubeginn möglich sein werde. Als Grund für die Verschiebung nennt Siebert den hohen Fortführungsbedarf bei den Staatsstraßen. Das heißt, es laufen derzeit noch viele andere Bauvorhaben, die erst abgeschlossen werden müssen, bevor mit neuen begonnen werden kann. Denn die zur Verfügung stehenden Gelder seien endlich und Verträge müssten erfüllt werden.

Das sich der Bau nun verschiebt, gibt den Beteiligten nun jedoch Zeit, noch offene Grundstücksfragen zu klären. Um bessere Bedingungen für die Radfahrer zu schaffen, soll die Fahrbahn am Ortseingang von Ottendorf-Okrilla nämlich aufgeweitet werden. Und da brauche es noch eine kleine zusätzliche Fläche, erklärt Langwald.