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Ausbau des Skaterparks beginnt

Für 50.000 Euro wird die Anlage in der Lingnerstadt noch in diesem Jahr erweitert. Doch ein Wermutstropfen bleibt.

© Eric Münch

Von Juliane Richter

Der Skaterpark an der Lingnerstadt ist ein Erfolgsprojekt. Seit der Platz 2006 eröffnet wurde, ist er gerade nachmittags immer von Kindern und Jugendlichen bevölkert, die mit ihren Skateboards, Minirollern oder BMX-Rädern die Rampen befahren und sich an kleinen Kunststücken versuchen. An Wochenenden und in den Ferien ist der Andrang so groß, dass die Anlage nicht ausreicht. Nun soll der Skaterpark erweitert werden. Schon im Jahr 2011 hatte der Stadtrat beschlossen, auf die wachsende Nachfrage zu reagieren.

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„Schwimmen ist meine Leidenschaft“

Der Sportler des DSC ist genau da, wo er sein will.

Eine ursprünglich geplante, große Erweiterung, die mehrere Hunderttausend Euro gekostet hätte, wurde fallengelassen. Einerseits aus Kostengründen, andererseits, weil es Probleme mit dem Lärmschutz geben würde. Deshalb investiert die Stadt nun 50.000 Euro in fünf neue Elemente, die auf der bereits genutzten Fläche installiert werden. Geplant sind zwei Curbs, an denen die Jugendlichen mit ihren Geräten entlanggleiten können. Außerdem soll es eine Line, eine Metallstange für den gleichen Zweck, geben. Zum neuen Angebot gehören auch noch eine 1,50 Meter hohe Quarterpipe und eine Spineramp.

Für diese beiden Einbauten muss im hinteren Bereich ein Grünstreifen auf etwa 20 Metern Länge weichen und wird betoniert. Laut Steffen Löbel vom Amt für Stadtgrün sollen die Arbeiten noch Ende dieses Monats beginnen. Während der Bauarbeiten muss der mittlere Teil der Anlage – zwischen dem Spielfeld für Rollsportarten und dem Bereich mit den großen Skate-Elementen – gesperrt werden. Im November sollen die Jugendlichen die neuen Teile dann nutzen können.

Absperrungen werden ignoriert

Marcel Flakowski freut sich über die zusätzlichen Elemente. Die seien gerade auch für Anfänger gut, um sich außerhalb des Trubels mit dem eigenen Gerät vertraut zu machen und fleißig zu üben. Der 26-jährige Student der Erziehungswissenschaften war früher sehr regelmäßig mit seinem Skateboard auf dem Platz. Jetzt hat er im Rahmen eines Skaterlagers eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Oberland nach Dresden gebracht. Die Jungs sind von der hiesigen Anlage begeistert. Sie sind sich einig: „Hier kann man schon echt viele verschiedene Dinge ausprobieren.“ Der Ausflug habe sich gelohnt.

Doch trotz der Ausbaupläne dürften nicht alle Skater so begeistert von den neuen Entwicklungen am Lingnerareal sein. Wie die Stadt auf Anfrage der Sächsischen Zeitung auch mitteilt, muss die große Halfpipe, die nahe an der St. Petersburger Straße steht, bis Jahresende abgebaut werden. Schon seit Januar ist das Gerät gesperrt, weil der Belag beschädigt ist.

Laut Steffen Löbel vom Amt für Stadtgrün akzeptieren die Skater die Absperrung aus Bauzäunen jedoch nicht immer. „Fast täglich nutzen Skater die Anlage trotzdem. Und unsere Bauzäune werden immer wieder beschädigt“, so Löbel. Die Stadt zieht deshalb nun die Konsequenzen. Vor wenigen Tagen hat sie den bestehenden Vertrag mit der Intersport Mälzerei und dem Verein Dresden skatet gekündigt. Denn eigentlich ist der Sportladen Besitzer der Halfpipe. Das Geschäft hatte das Gerät 2003 gesponsert, um für ein zusätzliches Angebot zu sorgen.

Weil sich die Mälzerei aber trotz mehrmaliger Kontaktaufnahme durch die Stadt nicht um die notwendigen Reparaturen gekümmert haben soll, muss die Halfpipe nun weg. Der Chef des Sportladens, Dirk Müller, ist derzeit im Urlaub und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Matteo Böhme vom Verein Dresden skatet, der auch das Nachtskaten organisiert, ist irritiert. Er war davon ausgegangen, dass lediglich der Fahrbahnbelag der Halfpipe getauscht werden muss. „Das würde so 10.000 Euro kosten. Darüber haben wir bereits mit der Mälzerei gesprochen“, sagt Böhme. Zudem werde noch ein weiterer Partner gesucht, der einen Teil des Geldes beisteuert. Dass die Stadt die Pipe nun aber ganz verschwinden lassen will, kann Böhme nicht glauben: „Das geht so nicht. Wir brauchen die Halfpipe, sie wurde ja immer sehr gut genutzt.“ Er will noch einmal mit der Stadt reden und hofft, eine Lösung zu finden. Für die Skater sei es schließlich wichtig, ihren Sport in der Innenstadt betreiben zu können. Dass die Jugendlichen am Ende an den Stadtrand gedrängt werden, will Böhme verhindern.