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Wann ist Baustart am Hengstberg?

Nachdem rund einhundert Bäume gefällt wurden, ist jetzt die Straße in Bannewitz wieder befahrbar. Für den Straßenbau fehlt noch eine Finanzspritze.

Von Verena Schulenburg
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Dicke Stämme säumen den Hengstberg in Bannewitz. Die Bäume müssen einer breiteren Straße weichen.
Dicke Stämme säumen den Hengstberg in Bannewitz. Die Bäume müssen einer breiteren Straße weichen. © Karl-Ludwig Oberthür

Diese Straße ist marode. So marode, dass nicht nur ein Taxiunternehmen seit geraumer Zeit jegliche Fahrten über den buckeligen Asphalt meidet. Selbst ein paar Karnevalisten spotteten jüngst, man könne den Motocross getrost auf den Hengstberg verlegen.

Der schlechte Zustand der Kreisstraße ist bekannt, nicht nur in Bannewitz. In der zuständigen Landkreisbehörde liegen die Pläne für einen grundlegenden Ausbau der Straße schon länger in der Schublade.

Jahr für Jahr wird das Projekt aufgeschoben. Nun fanden erste vorbereitende Arbeiten an dem Straßenabschnitt statt. Bis Ende dieser Woche sollte die Kreisstraße deshalb dicht sein. Jetzt ist die Vollsperrung vorzeitig aufgehoben. Der Hengstberg verbindet nicht nur Bannewitz und Freital miteinander, sondern ist seit der Fertigstellung der Ortsumgehung S 191 eine wichtige Zuwegung zwischen dem A 17-Anschluss Dresden-Prohlis und dem Freitaler Umland. Folgende Schritte plant der Landkreis zum Ausbau des Hengstberges in Bannewitz:

Schritt 1: Bäume wurden in Vorbereitung zum Straßenausbau gefällt

Die vergangenen anderthalb Wochen war der Hengstberg für den Verkehr komplett gesperrt. In Vorbereitung für den geplanten Ausbau der Kreisstraße wurden rund einhundert Bäume gefällt und etwa 3.000 Quadratmeter Unterwuchs abgeholzt, heißt es seitens des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. 

Ein Fachgutachter hat die Fällarbeiten begleitet, die von der Firma Grünland aus Bernsdorf durchgeführt wurden. Aus den Stämmen ausgewählter Bäume sollen in der Nähe der Straße zwei Totholzpyramiden errichtet werden. Außerdem sind insgesamt 14 Vogelnisthilfen und Fledermauskästen geplant. Außerdem soll eine Fläche auf Freitaler Flur zum Ausgleich der Rodung aufgeforstet werden.

Schritt 2: Hengstberg wird auf fast einem Kilometer Länge breiter als bisher

Derzeit wartet das Landratsamt auf einen Fördermittelbescheid vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), um die Kreisstraße zwischen der Kreuzung Poisentalstraße und dem Kreisverkehr an der Horkenstraße sanieren zu können. 1,12 Millionen Euro Zuwendung werden vom Freistaat für diesen 1,4 Millionen Euro teuren Bauabschnitt erwartet. 

Wann das erforderliche Geld bereitsteht, ist allerdings noch nicht klar - auch nicht im Lasuv. Dort liege für das Jahr 2020 "ein extrem hoher Antragsstand vor, dessen Fördermittelbedarf mit den dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln nicht gedeckt werden kann", teilt Lasuv-Sprecherin Isabel Pfeiffer mit. 

Noch stünde nicht fest, wie viel Geld für alle notwendigen Projekte zur Verfügung steht. Erst wenn die Förderkonzeption stehe und diese mit dem Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr abgestimmt ist, könnten ausgewählte Förderanträge bestätigt werden, heißt es. 

Und erst wenn die Finanzierung des Projektes gesichert ist, können die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Ziel ist es, die derzeit nur vier Meter breite Fahrbahn auf 5,50 Meter zu verbreitern. Böschungen entlang der Hänge sollen auf insgesamt 270 Metern mit Stützwänden abgefangen und teilweise mit Felsnetzen gesichert werden. 

Außerdem müssen neue Gräben zur Entwässerung des Oberflächenwassers angelegt beziehungsweise alte Gräben ertüchtigt werden. Etwa sechs Monate Bauzeit hat der Landkreis für diesen exakt 937 Meter langen Abschnitt eingeplant. 

Gebaut wird unter Vollsperrung. Ähnlich wie während der Baumfällungen wird der Verkehr dann über die B 170 und die Poisentalstraße in Possendorf umgeleitet. Die Zufahrt für die Anwohner an der Talstraße soll auch da bestehen bleiben. 

Als erstes soll der Hengstberg zwischen der Rosenbrücke nahe der Poisentalstraße bis kurz vor den Kreisverkehr ausgebaut werden.
Als erstes soll der Hengstberg zwischen der Rosenbrücke nahe der Poisentalstraße bis kurz vor den Kreisverkehr ausgebaut werden. © SZ Grafik

Schritt 3: Kreisverkehr wird verlegt und ausgebaut

In einem zweiten Bauabschnitt soll auch der Kreisverkehr oberhalb des Hengstberges erneuert werden. Ziel ist es, die Übergänge zwischen dem Hengstberg, der Horkenstraße und der Windbergstraße auszubauen. Dabei soll der Kreisverkehr zwar erhalten, aber voraussichtlich ein Stück weiter in Richtung Feld verschoben werden. 

Die dafür erforderlichen Planungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Ziel des Landkreises ist es, bis Oktober 2021 Baurecht zu schaffen. Dazu müssen auch alle angrenzenden Grundstückseigentümer ihre Zustimmung geben. Anschließend können die hierfür benötigten Fördermittel beantragt werden. Bis die Arbeiten am Kreisverkehr starten, wird es aber noch dauern.

Perspektivisch soll die Windbergstraße in Bannewitz auch von einer Kreisstraße zur Gemeindestraße herabgestuft werden. Dann will die Gemeinde die Straße für den Schwerlastverkehr sperren. Die Straße führt nicht nur durch ein Wohngebiet. Hier befindet sich auch eine Kindertagesstätte und mehr als 500 Schulkinder nutzen den Weg zur Bannewitzer Grund- und Oberschule. 

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