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Ausbildung bei der Leag im Schichtsystem

Nach wochenlanger Pause hat auch in der Ausbildungsstätte in Schwarze Pumpe der Lehrbetrieb wieder begonnen.

Max Hettmann
aus Klein Partwitz,
René Siebler aus Hoyerswerda und Edwin Efremov aus Weißwasser (von links nach rechts) nahmen gestern wieder die Feilen in die Hand.
Max Hettmann aus Klein Partwitz, René Siebler aus Hoyerswerda und Edwin Efremov aus Weißwasser (von links nach rechts) nahmen gestern wieder die Feilen in die Hand. © Foto: Mirko Kolodziej

Schwarze Pumpe. Durchaus „langweilig“, sei es gewesen, sagt der Boxberger David Pannasch. Er ist Azubi in der Ausbildungsstätte Schwarze Pumpe der Lausitz Energie AG, will einmal Maschinen- und Anlagenführer werden. Wie alle anderen Leag-Lehrlinge war er jetzt wegen der Anti-Covid-19-Maßnahmen sechs Wochen lang zu Hause. Die Leag hatte ihre Ausbildungsstätten in Schwarze Pumpe, Jänschwalde und Lippendorf geschlossen. In Schwarze Pumpe betroffen waren 288 Azubis im gewerblich-technischen und 41 Azubis im kaufmännischen Bereich. Es gab zwar die allerorten übliche Heimbeschulung. Aber David sagt, in 60 bis 90 Minuten sei das Tagespensum üblicherweise zu schaffen gewesen.

Die Lehrmeister waren in Kurzarbeit. Unter anderem Klaus Globig schickte zwar auf elektronischem Wege Aufgaben herum. Aber, sagt er, wenn einem die Mimik der Azubis fehle, wisse man nicht, was sie begriffen haben und was noch nicht. „Ich bin froh, dass es wieder weitergeht“, meint der Hoyerswerdaer. Denn die Leag hat die Ausbildung vor Ort mit dieser Woche wieder aufgenommen – zunächst im Schichtsystem. Die Hälfte der jungen Leute kommt montags und dienstags nach Schwarze Pumpe, die andere Hälfte mittwochs und donnerstags. Freitags ist für alle Heim-Studium angesagt. „Die maximale Klassenstärke beträgt derzeit sechs Azubis“, sagt Leag-Ausbildungsleiter Axel Ziller. Üblicherweise umfassen die Gruppen bis zu 14 Lehrlinge. Ideal ist das Ganze nicht, denn man schafft durch die Teilung weiterhin weniger als den normalen Stoff. Aber es hilft, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: „Es ist immer noch besser, als die Auszeit weiter zu verlängern. Das Ausbildungsende sollte nicht zu weit nach hinten hinausgeschoben werden“, erklärt Axel Ziller. Die Wiederaufnahme des Lehrbetriebes begann mit einer Sonderbelehrung auf Basis eines Leitfadens, den der Leag-Krisenstab entwickelt hat: Wie überall gelten Sicherheitsmaßnahmen. Zum Beispiel sind die Pausen verlängert worden, damit die Lehrlinge die Industriepark-Kantine erreichen können. Die Pausenräume sind für die aktuellen Anforderungen nämlich schlicht zu klein. Und jeder Auszubildende bekommt Masken gestellt.

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Trotz der Zwangspause hat die Leag ihre perspektivische Ausbildungsplanung nicht gestoppt. Während Bildungsministerin Anja Karliczek gestern berichtete, dass die Zahl der Ausbildungsstellen in Deutschland wegen der wirtschaftlichen Folgen der Beschränkungen der letzten Wochen deutlich sinke, hat man beim Bergbauunternehmen in den letzten Wochen Bewerbergespräche einfach per Computer und Webcam geführt. 142 Stellen sind zum Ausbildungsstart am 17. August zu besetzen. Der Löwenanteil wurde in den letzten Tagen per Videokonferenz vergeben. Immerhin zwanzig Lehrstellen sind noch zu haben.

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