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Ausflügler prosten gut gelaunten Polizisten zu

Himmelfahrt. Die Beamten sorgten auch gestern trotz Partylaune fürOrdnung und Sicherheit an der Talsperre Malter.

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Von Maik Brückner

Freundlich, aber bestimmt fordern die Polizisten Anja Markus und Holger Garthof die Ausweise. Nur zögerlich kommen die gut gelaunten, aber auch ein wenig überraschten Jugendlichen aus Freital der Bitte nach. Nach kurzem Wortwechsel geben sie ihre Papiere. Einer der Jugendlichen versteht nicht, weshalb seine Kumpels kontrolliert werden: „Wir haben die Schilder nicht beschädigt“, beteuert er. Zusammen mit seinen Freunden ist er so, wie viele andere auch, mit dem Bus nach Dippoldiswalde gekommen, um am Himmelfahrtstag gemütlich über die Talsperrenstraße nach Freital zurückzuwandern.

Ein bisschen flüssigen Proviant haben sich die Freitaler eingepackt. Im Vergleich zu anderen Gruppen, die auch durchs Land wandern, ist das rein gar nichts. Denn nicht wenige ziehen mit einem kleinen Wagen rum, auf dem sie gleich mehrere Bierkästen gestapelt haben.

Doch zurück zur Talstraße. Holger Garthof hat sich inzwischen die Namen notiert. Die jungen Männer können weiterziehen. „Wir werden den Vorfall der Stadt Dippoldiswalde melden“, erläutert Polizeiobermeister Steffen Neubert, der als Verstärkung hierher geschickt wurde. Die Stadt wird überprüfen, ob die Schilder oder die Pfähle beschädigt wurden. Wenn es so ist, kann sie Anzeige erstatten. Nach wenigen Minuten setzen sich die Polizisten in ihre Autos, Markus und Garthof fahren ins Polizeirevier nach Dipps zurück, Neubert und sein Kollege drehen noch eine Runde an der Talsperre. Einige Ausflügler winken, andere prosten ihnen zu. Einen Grund zum Anhalten gibt es für die Polizisten nicht. Sie fahren ins Revier zurück.

Hier leitet Polizeihauptkommissarin Edelgard Grimm die Geschicke. 30 Beamte sind im Einsatz, doppelt so viele wie sonst. Himmelfahrt ist seit Jahren ein Schwerpunkt in der Polizeiarbeit. Frau Grimm kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als die Bimmelbahn fuhr und fast nur Männer unterwegs waren. Da gab es öfters mal Prügeleien. Heute sind es oft die „kleinen Möchtegern-Großen“, die Probleme bereiten. Sie laufen auf den Straßen oder springen vor die Autos. Das ist zwar nicht erlaubt, aber am Männertag drückt die Polizei schon mal ein Auge zu. „Wir wollen deeskalieren und nicht provozieren“, erläutert Frau Grimm.

„Dazu braucht man Fingerspitzengefühl“, sagt Steffen Neubert. Die Kontrolle der Freitaler Jugendlichen ist sein erster Einsatz. Auch im Revier ist die Lage entspannt. „Das kann am Wetter liegen“, mutmaßt Frau Grimm. In der Tat, 14 Grad und ein bewölkter Himmel. Es hat schon besseres Himmelfahrtswetter gegeben. Trotzdem lassen sich viele Leute nicht vom Ausflug abhalten. „Der Männertag ist im Laufe der Jahre immer mehr zum Familienausflugstag geworden“, stellt Frau Grimm fest. „Zum Glück“, schiebt sie nach. Bis jetzt ist noch nichts Schlimmes passiert.