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Ausflügler zieht es in die Natur

Pfingsten in Riesa-Großenhain ist kein Fest auf Sparflamme. Gaststätten, Tierpark und Elberadweg sind gut frequentiert.

Der Blick vom Aussichtsturm verrät: Die Kupferberggaststätte in Großenhain konnte sich am Montag um die Mittagszeit über viele Gäste freuen.
Der Blick vom Aussichtsturm verrät: Die Kupferberggaststätte in Großenhain konnte sich am Montag um die Mittagszeit über viele Gäste freuen. © Anne Hübschmann

Großenhain/Riesa. Dass das traditionelle Pfingstkonzert auf dem Großenhainer Kupferberg einmal ausgefallen ist – Angelika Pietzsch kann sich nicht daran erinnern. Nicht einmal im Tornadojahr 2010, ergänzt die Chefin der Kupferberggaststätte. Damals habe man schnell die Gäste aus dem Biergarten in die Gaststube geholt, bis die Katastrophe vorüber war.

Am Pfingstmontag 2020 ist vieles anders. Angelika Pietzsch hat dennoch ihr Lächeln nicht verloren. Denn: Zur Mittagszeit sind alle verfügbaren Plätze in Restaurant und Biergarten belegt. Wer nicht vorbestellt hat, bekommt im Außenbereich eine Bratwurst und auch ein „kühles Blondes“. Zur Entschädigung ist ein Aufstieg auf den Kupferbergaussichtsturm möglich, von dessen Plateau die Gäste mit einem Blick bis ins Dresdner Elbland belohnt werden.

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Für Angelika Pietzsch ist die Resonanz der Beweis, „dass die Kunden wieder Normalität wollen“. Schon beim Probelauf zu Himmelfahrt sei das spürbar gewesen.

Mit dem Fahrrad unterwegs

In der Region Riesa verlief das Pfingstwochenende geteilt – was die Interessen der Menschen angeht. Während sich im Freibad Riesa-Weida am Sonntag um 13 Uhr null Besucher befanden, hatte der Tierpark guten Zulauf und auch der beliebte „Eismüller“ am Schloss in Strehla konnte nicht über Gästemangel klagen. Denn viele waren Pfingsten mit dem Rad unterwegs und wollten nicht unbedingt schwimmen gehen, zumal sich die Sonne erst am Sonntagnachmittag eher spärlich blicken ließ.

„Wir hatten heute am Vormittag nur zwei Badegäste“, erzählt der Kassierer im Freibad Weida. Also hatten viele an diesem Tag einfach keine Lust zum Schwimmen, denn das beheizte 25-Meter-Becken konnte immerhin mit 19,5 Grad Wassertemperatur aufwarten. Aber ohne großen Andrang ist natürlich auch die Einhaltung der speziellen Corona-Regeln einfacher.

In die Umkleiden dürfen im Freibad nur fünf Personen gleichzeitig. Weitere Hygiene-Regeln finden sich auf einem Aufsteller am Eingang zur Umkleide. Auf der langen gelben Rutsche und dem Sprungturm ist maximal ein Nutzer auf einmal gestattet. Maximal dürfen knapp über 900 Besucher gleichzeitig im Freibad sein – was sich aus der verfügbaren Gesamtfläche in Weida errechnen ließ. Denn natürlich gilt die Abstandsregel auch hier.

Großer Andrang im Riesaer Tierpark

Wer sich vor einem Badbesuch trotzdem ängstigt, der sollte Folgendes wissen: Im Chlorwasser überlebt nach Expertenangaben kein Coronavirus. Denn es handelt sich bei Covid-19 um ein sogenanntes behülltes Virus. Das Corona-Erbgut ist von einer Lipid-Doppelmembran umgeben. Durch Chlor wird diese Membran beschädigt und damit auch die „potenziellen Krankheitserreger inaktiviert oder abgetötet“, erklärte das Umweltbundesamt (UBA) mit Sitz im sachsen-anhaltinischen Dessau-Roßlau bereits im April in einem Gespräch mit dem Mitteldeutschen Rundfunk.

Zurück zu den beliebteren Ausflugszielen. Ganz oben auf der Liste von angereisten Gästen steht offenbar der Riesaer Tierpark. „Wir haben den Tipp dazu im Internet gefunden“, erzählt das Ehepaar Bennewitz, das einen 50-Kilometer-Trip aus der Region Grimma/Wurzen auf sich genommen hat, um zu schauen, wie schön es im Tierpark tatsächlich ist. „Hier ist auf engem Raum alles wunderbar gemacht.“ Finden auch die beiden Bennewitz-Enkel, die mit viel Ausdauer die Tierpark-Rutsche heruntersausen und die Treppen wieder hochrennen. „Auch den Eintrittspreis von sechs Euro pro Familie finden wir sehr günstig“, sagt der Opa.

Lob gibt es auch vom Ehepaar Habener aus Lichtenau bei Chemnitz. „Wir sind extra wegen des Tierparks und des Schlosses hergekommen“, erzählen die beiden. „Der Tierpark ist sehr schön, klein und fein und sauber. Nachher gehen wir noch runter an die Elbe.“ Familie Möbius ist Pfingstsonntag aus Radeburg nach Riesa gekommen. „Wir hätten auch ohne Corona diesen Ausflug gemacht und keinen anderen Urlaub“, sagt der Vater. „Für Kinder ist es hier im Tierpark sehr schön. Er hat einfach die richtige Größe und ist überschaubar.“

Schiffe fahren mit Auflagen

Jutta Mittag ist aus Doberlug-Kirchhain nach Riesa gekommen. „Wir fahren Pfingsten immer irgendwo hin. Und hier ist es wunderschön“, erzählt die ältere Dame. Danach soll es noch zur Trinitatis-Kirche gehen. Am Elbufer war sie schon. „Da gibt es so einen kleinen Aussichtspunkt nahe der Fähre. Es lag alles voller Scherben und Kippen. Schade, dass Menschen das Ufer dort so verschandeln.“

Vom Tierpark ging die Reise am Pfingstsonntag weiter zum Freibad Weida und dann nach Strehla. Dort hat Geheimtipp „Eismüller“ seit über 30 Jahren seinen Sitz in der Nähe des Schlosses. Und es hatte sich prompt eine zehnköpfige Radlergruppe aus Riesa niedergelassen, als gerade ein wenig die Sonne zwischen den Wolken herausschaute. „Normalerweise hätten wir am Pfingstwochenende einen Ausflug mit der Sächsischen Dampfschiffahrt gemacht“, erzählt Uwe Hagel. „Die Schiffe fahren ja auch wieder, aber es gibt wegen Corona viele Auflagen.“

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Mit den kleinen Kindern, die sich dann unter anderem im Radanhänger wieder auf den zwölf Kilometer langen Heimweg nach Riesa machen, wäre das schwierig geworden. „Auf dem Elberadweg ließ es sich heute gut fahren“, freut sich Hagel über den entspannten Ausflug ohne Auflagen. Denn die Gruppe hatte auch noch alles fürs Picknick im benachbarten Park im Gepäck. So kann man Pfingsten auch zu Corona-Zeiten entspannt genießen.

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