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Ausgerutscht

über das jähe Ende im deutschen Kufenskandal

Tino Meyer

Das nennt man wohl einen Freispruch erster Klasse. Sowohl die Sperre als auch die Geldstrafe für den Bobpiloten Manuel Machata sind für null und nichtig erklärt worden. Man muss nicht bei der Verhandlung in München dabei gewesen sein, um festzustellen: Der Rechtsausschuss konnte kein anderes Urteil fällen. Die Lächerlichkeit, der sich die Verbandsfunktionäre mit ihrer einsamen Entscheidung preisgaben, war ohnehin schon groß genug. Denn der grenzüberschreitende Kufenhandel gehört zum Bobsport wie die Piloten und ihre Lenkseile.

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Moralisch kann man natürlich anderer Meinung sein, muss man vielleicht sogar. Wenn statt des Mannschaftskollegen der größte Konkurrent die vermeintliche Siegkufe erhält, ist das fragwürdig genug. Andererseits: Genauso funktioniert das Bob-Geschäft. Die Piloten, egal welcher Nation sie angehören, sind zuallererst als Kleinunternehmer im Eiskanal unterwegs. Nur stellen sich die meisten dabei geschickter an als Machata.

Dass seine missglückte Bestrafung nun aber umso mehr wie ein Ablenkungsmanöver der Deutschen nach ihrem katastrophalen Abschneiden bei Olympia aussieht, passt ins Bild. Es offenbart nicht nur die schräge Rechtsauffassung des Verbandes, sondern stellt ein Stück weit auch dessen Generalsekretär Thomas Schwab infrage. Die Debatte um die Zukunft des umstrittenen Bob-Cheftrainers Christoph Langen hat er abgewürgt. Und die Aufarbeitung der harschen Kritik der Rodlerin Tatjana Hüfner, die von Ungleichbehandlung der Athleten gesprochen hat, ist offenbar auch schon wieder vergessen.