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Ausgezeichnete Akrobaten

Beim 23. Internationalen Turnier in Ottendorf gab es überzeugenden Sport. Und eine Ehrung.

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Von Bernd Goldammer

Der Ostersonnabend sah einen strahlenden Gerhard Thomaschke. Ottendorfs ehemaliger Sportlehrer gilt als das Urgestein hiesiger Akrobatenszene. Heute ist er Ehrenpräsident des Akrobatenclubs Ottendorf-Okrilla. „Ich hatte sehr hohe Erwartungen in unser 23. Internationales Turnier gesetzt. Die sind sogar noch übertroffen worden. Für mich ist heute ein besonders großer Tag in meinem Leben“, schwärmte er nach der Siegerehrung in der Sporthalle Karpen. Zum 23. Mal war Ottendorf-Okrilla für Akrobaten aus sechs europäischen Nationen zum sportlichen Anlaufpunkt geworden. Erstmals war sogar eine Mannschaft aus dem russischen Kaliningrad dabei. 900 Kilometer Anreise in Kleinbussen hatten die Sportler in Kauf genommen, um hier in Ottendorf-Okrilla dabei zu sein. Schon deshalb ist Gerhard Thomaschkes Freude sehr verständlich. Dieses Turnier ist für ihn ein Blick auf fünfzig Jahre Sportakrobatik in seiner Heimat. „Zu DDR-Zeiten wurde Sportakrobatik wenig beachtet. Die Förderung war gering. Mit Sinn für Realitäten verwirklichten wir unsere sportlichen Träume mit den richtigen Leuten und dem, was wir vor Ort hatten. Ottendorfer Akrobatik lebt schon immer von Enthusiasmus. Der wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Auch deshalb haben wir heute wieder ein sehr hochklassiges Turnier erleben dürfen. Unter der Leitung von Sara Grafe und Torsten König wurde wieder einmal Großes geleistet. Dafür sage ich ein herzliches Dankeschön“, lobte Gerhard Thomaschke. Eine Wand aus Zeitungsartikeln berichtete aus der großen Sportgeschichte der Ottendorfer Akrobaten. Lothar Bernoth aus Medingen hat sie aus dem Material zurückliegender Jahre gestaltet. Aus DDR-Zeiten gab es vergleichsweise wenige Artikel. Akrobatik gehörte nicht zu den olympischen Disziplinen. Das öffentliche Interesse war deshalb gering. Heutzutage ist das ganz anders. Sportliche Leistungen bringen erhebliche Anerkennung mit sich. Regelmäßig ist Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich vor Ort. Auch die bis auf den letzten Platz gefüllte Sporthalle „Karpen“ sprach Sonnabend klar und deutlich für die Macher von heute.

Siegerehrung in der Startgruppe Junioren 1 und 2: Das Schweriner Team Michelle Mausolf/ Gofrahn Solh/ Antonia Ristedt gewann vor Franz Krämer/ Michail Kraft aus Riesa und Julia Neumann/ Noel-Etiennette Bohmann, ebenfalls aus Schwerin.
Siegerehrung in der Startgruppe Junioren 1 und 2: Das Schweriner Team Michelle Mausolf/ Gofrahn Solh/ Antonia Ristedt gewann vor Franz Krämer/ Michail Kraft aus Riesa und Julia Neumann/ Noel-Etiennette Bohmann, ebenfalls aus Schwerin.
Beeindruckende Sportakrobatik erlebten die Zuschauer am Sonnabend in der Sporthalle Karpen in Ottendorf-Okrilla. Beim 23.Internationalen Turnier traten neben Sportlern aus Deutschland auch Teams aus Polen, Tschechien und der Schweiz an. Erstmals waren auc
Beeindruckende Sportakrobatik erlebten die Zuschauer am Sonnabend in der Sporthalle Karpen in Ottendorf-Okrilla. Beim 23.Internationalen Turnier traten neben Sportlern aus Deutschland auch Teams aus Polen, Tschechien und der Schweiz an. Erstmals waren auc

Hinter den Kulissen waren viele hoch motivierte Vereinsmitglieder zu erleben. Egal, ob es um die sportlichen Abläufe oder die Beköstigung Hunderter Teilnehmer und Besucher ging. Alles klappte wie am Schnürchen.

Die Internationalität des Turniers machte viele unterschiedliche Herangehensweisen an diese Sportart deutlich. Dadurch waren viele abwechslungsreiche Choreografien zu sehen. Sehr zur Freude des Publikums wurde mit großem Einsatz um Punkte gekämpft. Die Wertungsarbeit der international zusammengesetzten Jury bekam immer wieder großen Beifall.

Während des Turnieres war auch Dr. Johannes Eismann, Vizepräsident des Sächsischen Turnverbandes (STV), in der Halle. Er lobte die hohe Qualität der Veranstaltung. In seinem Gepäck hatte der Sportfunktionär eine besonders hohe Auszeichnung: den Ehrenteller des STV. Der wurde noch vor der Siegerehrung an Gerhard Thomaschke übergeben. „Damit ehren wir sein Lebenswerk“, sagte Eismann. Selten löste eine Auszeichnung so viel Beifall aus.