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Ausländer immer wichtiger für Waggonbau

Bombardier beschäftigt Mitarbeiter aus 15 Ländern in Görlitz. Sie standen gestern im Mittelpunkt.

© Christian Suhrbier

Internationale Küche wird derzeit im Görlitzer Waggonbau groß geschrieben. Noch bis zum Freitag gibt es zu Mittag Gerichte aus den Herkunftsländern der Bombardier-Mitarbeiter. Immerhin arbeiten Menschen aus 15 verschiedenen Nationen derzeit im Görlitzer Werk, das momentan 1 800 Menschen beschäftigt. Zugleich stehen auf den Tischen des Werkrestaurants Informationen zu den unterschiedlichen Ländern.

Die kulinarischen Überraschungen sind Teil des deutschen Diversity-Days, der gestern zum zweiten Mal stattfand und mit dem sich der kanadische Bahntechnik-Hersteller an seinen deutschen Standorten Berlin, Kassel und Görlitz für Vielfalt unter den Beschäftigten aussprach. Auch einen Foto-Wettbewerb veranstaltete das Görlitzer Werk zu diesem Thema. Wie wichtig das Verständnis füreinander ist, zeigte sich auch bei der „1. Görlitzer Gesprächsrunde“. Standortleiter Marc Brzoskniewicz, Vertreter des Betriebsrates und der Mitarbeiter sowie von der Scultetus-Oberschule als Partnerschule tauschten sich über eine vorurteilsfreie Arbeitskultur aus. „Wer die Besten will, kann auf Frauen nicht verzichten“, sagte Betriebsratsvorsitzender Volker Schaarschmidt. Beispielhaft führte er hier die gute Frauenquote im Betriebsrat an, aber auch im Management könne der Standort auf viele weibliche Mitarbeiter bauen. Auch könne man von der anderen Sichtweise ausländischer Kollegen profitieren.

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Mitarbeiter aus Polen, Indien und China schilderten, wie sie die Integration in das Unternehmen erlebt haben und warum sie Görlitz als Stadt sowie das Unternehmen schätzen. Der spanische Ingenieur Alejandro Garcia Hernandez war nach Deutschland gekommen, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Er bewarb sich bei Bombardier und lebt seit zwei Jahren in Görlitz. „Die ausländischen Mitarbeiter fühlen sich hier wohl und schätzen die Görlitzer als gute Gastgeber“, heißt es in einer Presseerklärung des Unternehmens. Für einen internationalen Konzern sei der unbedingte Wille zur Integration, Offenheit und Toleranz wichtig“, sagte Brzoskniewicz. Er selbst fühlte sich als „noch Neuer“ sehr gut aufgenommen. Das Görlitzer Werk ist nicht nur auf seine ausländischen Mitarbeiter angewiesen. Ein Großteil der Produktion wird ins Ausland exportiert, beispielsweise nach Israel oder in die Schweiz. (SZ)