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So geht Urlaub in Corona-Zeiten

Die Zahl möglicher internationaler Reiseziele wächst. Ein Überblick, worauf sich Touristen in welchen Ländern dennoch einstellen müssen.

In Istanbul wurden Tische im Außenbereich eines Restaurants vorsorglich mit durchsichtigem Plexiglas in Form von Kuppeln überspannt.
In Istanbul wurden Tische im Außenbereich eines Restaurants vorsorglich mit durchsichtigem Plexiglas in Form von Kuppeln überspannt. © Xinhua

Urlaub ist jetzt vor allem in Europa wieder möglich: Bis Ende August hat das Auswärtige Amt seine weltweite Reisewarnung verlängert – für den Großteil der europäischen Länder wurden sie aber wieder aufgehoben. Vor Reisen nach Schweden, Norwegen und Finnland wird derzeit noch gewarnt, von Reisen nach Großbritannien abgeraten. Doch auch in anderen Ländern Europas kann es in diesem Sommer weiterhin zu Einschränkungen kommen.

Belgien

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Das Königreich steht Touristen aus Deutschland offen. Quarantäne gibt es für deutsche Urlauber nicht. Im Alltag gelten Abstandsgebot sowie eine Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Nahverkehr. Restaurants, Cafés, Hotels und Museen sind wieder geöffnet. An den Nordseeküsten gelten zum Teil zusätzliche Regeln: Für Strandbesuche an bestimmten Abschnitten wie in Oostende muss man sich anmelden.

Dänemark

Deutsche können wieder einreisen. Einzige Bedingung: Sie müssen sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Ausnahmen davon gelten etwa für Deutsche, die ein dänisches Sommerhaus besitzen, ihre Partner im Land besuchen oder Einwohner Schleswig-Holsteins sind. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind wieder offen, eine Maskenpflicht besteht nicht.

Finnland

Für mehrere Länder fallen die Reisebeschränkungen zum 13. Juli weg – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Entscheidend für die Finnen ist, dass in diesen Ländern innerhalb von zwei Wochen weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner gezählt worden sind.

Frankreich

Deutsche können ohne Probleme einreisen. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Läden und andere Einrichtungen entscheiden selbst, ob eine Maske getragen werden muss. In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten geöffnet – Tickets müssen vorher online gebucht werden. Auch die Strände sind wieder offen.

Griechenland

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten EU-Staaten können frei einreisen. Alle müssen sich aber mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Wer positiv ist, muss 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels gehen. Maskenpflicht gibt es in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern. Zudem gilt das Abstandsgebot.

Großbritannien

Zum Sommerurlaub wurden die Quarantäne-Vorschriften für Einreisende gelockert. Gäste aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich vom gestrigen Freitag an nicht mehr für 14 Tage isolieren. Große Vorsicht ist beim Urlaub dennoch angebracht: Großbritannien hat die meisten Covid-19-Toten in Europa und jeder Landesteil seine eigenen Maßnahmen.

Italien

Reisende aus der EU oder dem Schengenraum dürfen ohne Beschränkungen einreisen. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden.

Island

Die Insel im Nordatlantik gibt Urlaubern die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die Regierung Touristen eine Alternative zur Quarantäne nach der Ankunft geben. Restaurants und Hotels sind offen, Masken nicht vorgeschrieben. Auch das Abstandhalten dürfte auf der Insel leichter fallen als anderswo: Island hat nur 360.000 Einwohner, dafür aber fast die Fläche von einem Drittel Deutschlands.

Norwegen

Die Reisewarnung gilt noch: Das skandinavische Land will ab 15. Juli wieder Menschen aus dem Europäischen Wirtschafts- und dem Schengenraum die Einreise erlauben, sofern dies die Corona-Zahlen des jeweiligen Herkunftslandes erlauben. Da die deutschen Zahlen stabil niedrig sind, dürfte Bundesbürgern der Weg bald voraussichtlich auch quarantänefrei offenstehen. Ganz sicher ist das allerdings noch nicht.

Österreich

Wer aus dem Kreis Gütersloh stammt, muss mit Kontrollen im Grenzraum rechnen und sollte einen negativen Coronatest vorweisen können. Ansonsten haben Deutsche freie Fahrt. Intensive Grenzkontrollen haben die Behörden auch für alle Reisenden angekündigt, die aus Ungarn oder Slowenien kommen. Das ist die Folge der Reisewarnungen Österreichs für die sechs Westbalkan-Staaten sowie für Rumänien und Bulgarien. In den meisten Urlaubsregionen Österreichs gibt es kaum mehr coronabedingte Beschränkungen. Auf Mindestabstand nicht zuletzt beim Baden und Wandern muss aber geachtet werden. In einigen Orten Kärntens gilt von Freitag an abends eine Maskenpflicht. Einziges Bundesland mit genereller Maskenpflicht im öffentlichen Raum ist Oberösterreich.

Schweden

Die Reisewarnung gilt noch: Die Schweden haben trotz sinkender Todes- und Infektionszahlen noch vergleichsweise hohe Corona-Werte. Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie gewohnt. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen – die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Die deutsche Reisewarnung besteht aber weiter, weil Schweden die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschreitet.

Schweiz

Die Einreise ist aus allen Schengenstaaten mit Ausnahme Schwedens möglich. Doch in Quarantäne müssen Einreisende, die in den zwei Wochen zuvor in Schweden oder einem anderen von aktuell 29 als riskant eingestuften Ländern waren – darunter etwa Serbien, USA, Russland, Israel oder Südafrika. Ein Mund-Nasen-Schutz ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen vorgeschrieben. In Hotels, Restaurants oder Museen gelten Abstands- und Hygieneregeln. Besonderheit für Partygänger: Anders als in den meisten anderen europäischen Ländern darf auch in Clubs derzeit wieder getanzt werden.

Türkei

Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bis zum 31. August. Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird derzeit als Corona-Risikogebiet eingestuft, die Aufhebung der Reisewarnung ist damit unwahrscheinlich. Wer aus einem Risikogebiet in Deutschland einreist, muss mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Allerdings können Urlauber aus der Türkei von der Quarantäne befreit werden, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Nach der Einreise aus Deutschland in die Türkei gibt es keine Quarantäne mehr. Am Flughafen wird aber die Körpertemperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden. An den Stränden gilt Abstandsgebot, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt.

Zypern

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Wer nach Zypern reist, muss sich vor dem Antritt elektronisch anmelden. Positiv Getestete müssen 14 Tage lang in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Zypern. Eine Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Krankenhäuser. (dpa)

www.auswaertiges-amt.de

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