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Außerordentlich geschmacksneutral

Die Rehbockschenke gefällt dem SZ-Tester vom Aussehen her. Aber das war es auch schon.

Wer wie ich in Richtung Dresden auf dem Elbe-Radweg nahe der B 6 entlang schlendert, kommt nach gut drei Kilometern Fußmarsch an der Rehbockschenke vorbei. Warum nicht mal hier einkehren, sage ich mir, wo ein Schild doch groß Mittag- und Abendessen anpreist.

Die Rehbockschenke sieht aus, wie man es von einem ehemaligen Jagdhaus erwartet. Viel Holz, derbe Stühle und Tische, ein großer Kachelofen, Rehgeweihe an den Wänden, daneben zwei Wildschweinfelle. Das macht einen urgemütlichen Eindruck und lässt auf gute Hausmannskost hoffen. Die Karte ist übersichtlich, etwas Wild, etwas Geflügel, etwas Hausmannskost.

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Ich wähle den Kasslerbraten mit Sauerkraut und Salzkartoffeln. Lange muss ich nicht warten, was nichts Gutes verheißt. Auf dem Teller liegen vier Kartoffeln mit Trockenpetersilie bestäubt, Sauerkraut und ein Häufchen Krautsalat plus einer roten Paprikaspalte und einer Gurkenscheibe. Dazu eine Scheibe Kasslerbraten in brauner Soße. Ich probiere ein Stück Kartoffel mit Soße, dann eine Gabel Sauerkraut, danach das Kassler. Um es kurz zu machen: Ich habe selten ein so geschmacksneutrales Gericht serviert bekommen. Wie es gelingen kann, dass ausgerechnet der Krautsalat aus der Dose nach etwas schmeckt und der Rest nach nichts, ist mir schleierhaft. Warum tut man das? Wo ist der berufliche Ehrgeiz geblieben?

Ich zahle meine Leistungs-ungerechten 10,50 Euro und verlasse den visuell so gastlichen Ort. Draußen hängt ein Zettel: Koch oder Köchin gesucht. Na also, Einsicht ist der beste Weg zur Besserung!