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Radebeul

Aussicht ohne Aussicht

Zugewachsen ist die König- Friedrich-August-Höhe am Sächsischen Weinwanderweg. Wanderer beschweren sich. Wo das Problem liegt.

Eine der schönsten Aussichten von Radebeul ist zugewachsen. Die Stadt hat ein Schild zur König-Friedrich-August-Höhe aufgestellt. Doch manche halten sich nicht an die dort aufgestellten Regeln.
Eine der schönsten Aussichten von Radebeul ist zugewachsen. Die Stadt hat ein Schild zur König-Friedrich-August-Höhe aufgestellt. Doch manche halten sich nicht an die dort aufgestellten Regeln. © Norbert Millauer

Radebeul. Sachsens Weinwanderweg hat einige sehr schöne Aussichtspunkte. Einer davon ist die König-Friedrich-August-Höhe, benannt nach Friedrich August III., König von Sachsen 1904 bis 1918. Gleich neben dem markanten Wasserturm und der Friedensburg können Wanderer von hier weit ins Land schauen – über das Elbtal bis in die Sächsische Schweiz.

Doch mit dem freien Blick ist es seit einiger Zeit vorbei. Bäume und Büsche im dazugehörigen Weinberg sind so ausufernd gewachsen, dass kein freier Blick mehr möglich ist. Die Stadt Radebeul hat auf dem kleinen Platz ein Schild aufgestellt. Darauf steht, dass dieser Promenadenplatz zum Verweilen einladen soll, sich in Privatbesitz befindet und von der Stadt Radebeul instandgehalten und gepflegt wird.

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Wanderer haben sich in den letzten Wochen wiederholt beschwert – sowohl bei der Stadt, als auch bei der Sächsischen Zeitung –, weil dort keine Aussicht mehr besteht und gefragt, warum nicht, wie in den Vorjahren, freigeschnitten wird.

Heike Funke, zuständige Sachgebietsleiterin für das Stadtgrün in Radebeul, sagt dazu: „Wir haben in den letzten Jahren immer freischneiden lassen. Die Büsche und Bäume stehen auf privatem Weinbergsgelände. Der Besitzer erlaubt uns das Betreten zum Freischneiden nicht mehr.“

Um den auf der Aussichtsplattform aufgestellten Papierkorb und dessen Leerung kümmert sich im Auftrag der Stadt die Firma Neru. Dreimal jede Woche werde das getan. Heike Funke nach einem Hinweis auf den überfüllten Papierkorb: „Wir werden dann noch einen zweiten aufstellen. In den Sommermonaten kommen mehr Besucher, da ist das sinnvoll.“ 

© SZ/Redlich

Auch habe die Stadt den Weg Am Wasserturm zwischen Oberer Burgstraße und der August-Höhe extra mit Schotter befestigt, damit ab und zu der Multicar von Neru zum Aufräumen und Beschneiden fahren kann. Doch das wird jetzt von der Haltung des Eigentümers ausgebremst.

Die SZ erreichte den Winzer am Telefon. Er sagte dazu: „Ich möchte mein Land, wozu die August-Höhe gehört, verkaufen. Der neue Besitzer soll entscheiden, ob hier wieder freigeschnitten werden darf.“ Noch allerdings ist sich der derzeitige Besitzer mit einem Käufer nicht einig geworden.

Vor zwei Jahren wollte die Mormonen-Gemeinschaft das Land kaufen. Es habe schon einen Voreintrag im Grundbuch gegeben, so der Winzer. Aber letztlich sei der Verkauf nicht zustande gekommen. Auch die Stadt ist interessiert an einem Erwerb des Weinberges neben der Friedensburg. OB Bert Wendsche (parteilos) möchte dazu die Gespräche wieder aufnehmen.