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Ausstellung statt Ausbau

Der neue Besitzer der alten Post will dort ein Museum einrichten. Die Bauaufsichtsbehörde weiß scheinbar noch nichts davon.

Von Cathrin Reichelt

Der Giebel der alten Post in Hartha wird nach wie vor von Pfählen gestützt. Seit 1987 hat sich dieses Bild nicht geändert. Geändert haben sich aber schon mehrfach die Besitzer des historischen Gebäudes und die Ideen, was daraus werden soll. Mitte vergangenen Jahres hat Rosa von Zehnle das Haus gekauft und verkündet, daraus ein Kulturzentrum machen zu wollen. Schließlich sei der bauliche Zustand des Hauses besser, als es den Anschein mache.

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Das sieht die entsprechende Behörde des Landratsamtes aber ganz anders. „Das Gebäude befindet sich unter bauaufsichtlicher Kontrolle, da es durch seinen maroden baulichen Zustand eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt“, teilt André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes, mit. Dies werde durch ein Gutachten eines Bausachverständigen belegt. Der aktuelle Eigentümer werde auf seine Sicherungspflichten gemäß Paragraf 3, Absatz 1, der sächsischen Bauordnung verwiesen. Darin heißt es, dass Anlagen so instand zu halten sind, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.

Statt der Instandsetzung des Gebäudes plant von Zehnle jetzt auf rund 100 Quadratmetern Fläche die Einrichtung eines Museums, das sich mit der Geschichte der ehemaligen Hausschuhwerke beschäftigt. Dazu sammelt der Mann, der sich selbst einen Frauennamen gab, alles, was an Inventar in den Räumen an der Sonnenstraße übriggeblieben ist. Zufällig sei von Zehnle dazugekommen, als in den Hausschuhwerken ausgeräumt wurde. Und er habe die Genehmigung erhalten, alles mitzunehmen, sagt eine Mitarbeiterin.

Wie Zehnle selbst sagt, habe er neben Tischen, Stühlen, Vitrinen und Lampen unter anderen auch Teile des ehemaligen Labors, alte Firmenschilder, die letzte Hausschuhproduktion, Farbmuster von Stoffen und Materialien zur Schuhherstellung, Werkzeuge und kleine Maschinen erbeutet. Dies sei ein Stück Harthaer Industriegeschichte, die er mit der geplanten Ausstellung erhalten wolle.

Die Bauaufsichtsbehörde scheint von den Plänen des Postbesitzers allerdings noch nichts zu wissen. Denn „eine erneute Nutzung des Gebäudes ist durch den jeweiligen Eigentümer oder Bauherrn bei der Bauaufsichtsbehörde zu beantragen“, erklärt Pressesprecher Kaiser.