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Ausstellungüber Görlitzer Frauen geplant

Frau Wiesner, Sie sind seit Anfang des Jahres die neue Gleichstellungsbeauftragte. Was haben Sie sich vorgenommen? Zum einen möchte ich in der politischen Gremienarbeit die weibliche Perspektive mehr ins Blickfeld rücken.

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Frau Wiesner, Sie sind seit Anfang des Jahres die neue Gleichstellungsbeauftragte. Was haben Sie sich vorgenommen?

Zum einen möchte ich in der politischen Gremienarbeit die weibliche Perspektive mehr ins Blickfeld rücken. Dazu gehört es zum Beispiel, Stadtratsbeschlüsse im Hinblick auf geschlechtergerechte Sprache zu prüfen. Dafür ist es wichtig, in vielen Gremien wie Ausschüssen dabei zu sein. Auf der anderen Seite werde ich mich der Projektarbeit widmen und möchte so die Görlitzerinnen und Görlitzer für das Thema Gleichstellung sensibilisieren.

Wie sieht diese Sensibilisierung denn genau aus?

Ich plane zum Beispiel eine Ausstellung über Frauen, die das öffentliche Leben der Stadt mitbestimmt haben. Es gab so viele engagierte Frauen in der Stadtgeschichte, an die sich heute niemand mehr erinnert. Es soll einem dazu mehr einfallen als Minna Herzlieb, die als Geliebte von Goethe ja eigentlich auch nur ein Anhängsel war.

Was planen Sie sonst noch?

Am 25. März wird es eine Konferenz zum Thema häusliche Gewalt und deren Auswirkungen auf Kinder geben. Zudem stehen der Girlsday und der Boysday an, bei dem Jugendliche jenseits der für ihr Geschlecht typischen Berufe in Unternehmen gehen können. Ich bin zwar für frauenspezifische Aspekte zuständig, möchte aber auch geschlechterübergreifende Projekte anregen. Denn Rollenbilder betreffen Frauen und Männer, weil sich niemand dieser Definition durch seine Umwelt entziehen kann.

Wie kommen Sie als Sozialpädagogin zu dieser Stelle?

Ich habe bei Professorin Gräßel studiert, sie hat ihre Studentinnen sensibilisiert. Während des Studiums in Görlitz habe ich ein Praktikum bei Kerstin Riehle gemacht, seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los. In meiner Diplom- und in der Masterarbeit habe ich mich mit Rollenbildern beschäftigt. Auch während meiner Arbeit für die Schwangerenkonfliktberatung in Weißwasser und bei Fortbildungen habe ich mich damit auseinandergesetzt. Seitdem wollte ich Gleichstellungsbeauftragte werden.

Gespräch: Claudia Neubert