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Hoyerswerda

Ausweichquartier gesucht

Hoyerswerdas Lindenschule soll in ein paar Jahren temporär umziehen – doch wohin?

Die Lindenschule mit Gerhard Rommels Plastik „Turnende Knaben“.
Die Lindenschule mit Gerhard Rommels Plastik „Turnende Knaben“. © Foto: Mirko Kolodzeij

Hoyerswerda. Recht schick sieht sie von außen aus, die Lindenschule in Hoyerswerdas WK III. Gut drei Jahre ist es her, dass die Wärmedämmung, neue Fenster, eine Fassadenauffrischung, Brandschutztreppen, eine neue Aula und die Verschönerung des Vorplatzes fertig waren. 1,4 Millionen Euro wurden investiert. 

Aber innen ist die Schule nach wie vor etwa so alt wie die Neustadt: Baujahr 1961. Türen, Fußböden, Elektrik sind wohl nicht das Einzige, worum man sich kümmern müsste. „Bei mehreren Einzelräumen werden Mindestgrößen unterschritten“, steht etwa in der „Standortanalyse für die Grundschulen der Stadt Hoyerswerda“, die das Büro Bauhoys 2017 im Auftrag von Rat und Verwaltung vorgelegt hat.

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Liebäugeln mit Kreis-Immobilien

Weitere Investitionen seien notwendig, hieß es in dem Papier. Und so sagt Bürgermeister Thomas Delling (SPD): „Die Lindenschule muss saniert werden. Die Frage ist, wie man das logistisch macht. Die richtige Lösung haben wir noch nicht.“ Was er meint, ist in der Analyse ebenso nachzulesen: „Bei Innensanierung ist eine Auslagerung des Schulbetriebs dringend zu empfehlen.“ Grund: Baufreiheit. Schüler und Lehrer auf der einen sowie Bauarbeiter auf der anderen Seite sollen sich nicht in die Quere kommen. So war das auch während der Sanierung der Grundschule „An der Elster“ gehandhabt worden. Während dort von 2009 bis 2012 die Bauleute tätig waren, wurde im Haus III des Foucault-Gymnasiums unterrichtet. Doch das Gebäude ist inzwischen abgerissen worden. Es muss also eine andere Zwischenlösung her.

Theoretisch käme die Neustadt-Oberschule infrage. Wenn nächstes Jahr die neue Oberschule eröffnet wird, stünde sie leer. Das Problem: die Zeit. Planung, Geldbeschaffung und Ausschreibungen für die Lindenschule dürften so rasch nicht erledigt sein. Die Planetariums-Schule über drei, vier oder fünf Jahre betriebsbereit zu halten und vor Kaputtmachern zu schützen, ist nicht unbedingt Thomas Dellings Lieblingsidee. Auch die Adler-Schule nach deren Umzug in die jetzige Altstadt-Oberschule zu nutzen, scheint ausgeschlossen. Nicht nur liegt sie zu weit weg, sie ist auch zu marode. „Da geht nun wirklich beinahe wöchentlich etwas kaputt“, sagt Delling.

Er liebäugelt eher mit zwei Immobilien, die dem Kreis Bautzen gehören, nämlich der 2013 zum Asylbewerberwohnheim umfunktionierten ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule an der Dillinger Straße und dem Haus II des Beruflichen Schulzentrums in der ehemaligen Friedrich-Ebert-Schule im WK IX. Das erstgenannte Gebäude ist seit 2017 nach der Aufgabe des Wohnheims leer. Das zweitgenannte könnte sich leeren, wenn der Kreis mit seinem Plan Ernst macht, die Außenstelle ans Haupthaus im WK X zu verlegen.

Übergabe ist vom Tisch

Für die Lindenschule soll jedenfalls gelten, was das Büro Bauhoys 2017 vorgeschlagen hat: „Für den Standort empfiehlt sich ein langfristiger Betrieb als zweizügige Grundschule.“ Ganz vom Tisch scheinen Überlegungen zu sein, die Schule im WK III an die Arbeiterwohlfahrt zu übergeben, die eine Grundschule in eigener Trägerschaft ins Auge gefasst hat. Delling sagt, es sei in Sachsen nicht vorgesehen, Schulen an freie Träger zu übergeben. Und auch sonst ist der Bürgermeister skeptisch, was das Awo-Vorhaben angeht. Generell seien nur zwei Methoden möglich, von denen die erste ausscheide. Es könnten dort private Ersatzschulen gegründet werden, wo es keine staatlichen Schulen mehr gibt. Das ist in Hoyerswerda ganz klar nicht der Fall. Es bliebe der Awo das Mittel der Ergänzungsschule mit ganz speziellen Angeboten. Allerdings, so Delling, gebe das Land in so einem Fall keinerlei finanzielle Förderung.

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