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Ausweichquartier kostet 100 000 Euro Miete

Nach dem Umzug des Gymnasiums soll der Umbau schnell gehen. Aufträge für eine Million werden schon vergeben.

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Von Jens Hoyer

Der Umbau des Haupthauses des Döbelner Lessing-Gymnasiums duldet keine Verzögerungen. Am Donnerstag übergibt Staatssekretär Michael Wilhelm vom sächsischen Innenministerium den Fördermittelbescheid. Die Stadt wartet nur darauf, die ersten Aufträge für rund eine Million Euro vergeben zu können. In der kommenden Stadtratsitzung soll das passieren. In einem Monat schon wird die Schule zu Döbelns größter Baustelle. Die Schüler ziehen derweil um in die Außenstelle der Berufsschule an der Bahnhofstraße. Die Stadt mietet das Haus vom Landkreis.

Rund 100 000 Euro Miete muss die Stadt für die Schule bezahlen. Das klingt nach viel Geld, ist aber eigentlich ein ziemlich moderater Preis, sagte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer: vier Euro Kaltmiete für den Quadratmeter, zwei Euro für die Nebenräume. Rund 1000 Quadratmeter mietet die Stadt für einen Zeitraum von eineinhalb Jahren. 400 Schüler werden zeitweise in dem Gebäude unterrichtet.

Am 10. Juli 2015 endet der Mietvertrag. „Bis Juni 2015 müssen wir im Gymnasium fertig sein“, sagte Egerer. Ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Stadt nicht aus freien Stücken setzt. Im kommenden Jahr müssen sämtliche Fördermittel der EU abgerechnet werden. Die Vorarbeiten für die Sanierung hatte die Stadt schnell abgewickelt – dank auch der guten Zusammenarbeit mit anderen Behörden. Egerer lobte die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamts, die sehr schnell die notwendige Stellungsnahme zugearbeitet habe, die die Stadt für das Beantragen der Fördermittel benötigte.

Die Auftragnehmer für die ersten vier Gewerke stehen sozusagen in den Startlöchern. Die Bauarbeiten am Haus soll die Firma OHT aus Ostrau für rund 400 000 Euro übernehmen. Unter anderem wird sie den geplanten Zwischenbau errichten, der künftig das Haupthaus mit dem naturwissenschaftlichen Gebäude verbindet. Dort baut voraussichtlich eine Firma aus Dresden für rund 40 000 Euro einen Aufzug ein. Die Firma Heizungstechnik Waldheim soll die Heizanlage für rund 400 000 Euro errichten, und die Firma Beyer und Lohs aus Frankenberg übernimmt den Einbau einer neuen Elektroanlage. In der kommenden Stadtratssitzung stehen die Vergaben auf der Tagesordnung.

Fürs Gymnasium ist der Umzug an die Bahnhofstraße ein organisatorischer Kraftakt. Der Stundenplan ab dem neuen Schulhalbjahr musste komplett umgebaut werden. Das Gymnasium hat die Eltern per Brief über die Veränderungen informiert. Diese betreffen unter anderem die 8. bis 10. Klassen, die einen Teil ihres Unterrichts ganztägig an der Bahnhofstraße erhalten werden. Dort wird zum Beispiel der komplette Informatikunterricht abgewickelt. In manchen Fällen kann es aber passieren, dass die Schüler zwischen den beiden Standorten wechseln müssen.

Zu Fuß brauchen die Schüler dafür 20 bis 25 Minuten – die Pause wird in diesem Fall individuell verlängert. Ein Problem ist: Die Schüler können in der Ausweichschule nicht an der regulären Schulspeisung teilnehmen, sondern müssen sich etwas mitbringen oder die Möglichkeiten des Umfeldes zur Verpflegung nutzen. Wenn im April für die 12. Klassen der reguläre Unterricht endet, sollen die frei werdenden Kapazitäten am Hauptstandort genutzt werden, damit die Schüler nicht mehr so häufig wechseln müssen, teilte die Schulleitung mit.