merken
PLUS

Hoyerswerda

Auszeit-TV sendet aus der KuFa

Leben in Covid-19-Zeiten: Wenn schon live nichts mehr zu machen ist, soll wenigstens in der virtuellen Welt der Betrieb aufrechterhalten werden.

Das war die echte Auszeit am Hoyerswerdaer Würfelhaus im WK X an der Otto-Nagel-Straße 52: „Nachdenken über H.“. Jetzt ist „Auszeit“ der Namens-Pate für das Web-TV- Projekt „Auszeit“ der KulturFabrik Hoyerswerda.
Das war die echte Auszeit am Hoyerswerdaer Würfelhaus im WK X an der Otto-Nagel-Straße 52: „Nachdenken über H.“. Jetzt ist „Auszeit“ der Namens-Pate für das Web-TV- Projekt „Auszeit“ der KulturFabrik Hoyerswerda. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Als das Wort „Auszeit“ in den Sprachschatz der Aktivitäten der Hoyerswerdaer KulturFabrik Einzug hielt, war an Viren der Sorte Sars-CoV-2 nicht zu denken. Man schrieb es im Sommer 2012 in großen Lettern auf ein Plakat, das dann an die Fassade des Würfelhauses Otto-Nagel-Straße 52 im WK X gehängt wurde. Das Projekt „Auszeit – Nachdenken über H.“ im Abrisshaus sollte Gelegenheit geben, sich zu besinnen, sich Ideen für die Zukunft der Stadt Hoyerswerda zu widmen.

Drei Jahre später öffnete das Bürgerzentrum Braugasse 1 und der Begriff „Auszeit“ wanderte an die Tür zum Café. Der Name sollte nun zum Entspannen und Pausemachen einladen. Dass nun eine Art Internet-Fernsehen der KuFa den Namen „Auszeit-TV“ tragen soll, ist aber den Kleinst-Organismen geschuldet, deren Vermehrung und Verbreitung beziehungsweise deren Bekämpfung rund um den Globus das Leben sehr, sehr vieler Menschen auf den Kopf stellt. „Wenn wir keinen Veranstaltungsbetrieb anbieten können, müssen wir eben irgendwie anders kreativ sein“, meint KuFa-Geschäftsführer Uwe Proksch.

Anzeige
Der perfekte Ort für (D)eine Ausbildung!

Das Autohaus Dresden bildet sowohl kaufmännisch als auch handwerklich aus - und kümmert sich im besonderen Maße um seine Schützlinge.

Basis ist die Youtube-Seite

Wenn alles klappt, geht es morgen los. Basis für „Auszeit-TV“ wird dabei die KuFa-Youtube-Seite sein. Projektleiter Dirk Lienig hat sich schon Gedanken gemacht, was man nach und nach so anbieten könnte. Er will zum Beispiel ins Archiv greifen und Filme aus den letzten zehn Jahren KuFa-Kulturarbeit zeigen. Mit Trommelkurs-Leiter Chris Spencer hat er über einen kleinen Lehrgang gesprochen, den der Zuschauer vor dem Monitor absolvieren kann. Auch das berühmte Literarische Frühstyxsei wandert ins Web. Wie sonst bei den Sonntags-Veranstaltungen lesen KuFa-Mitglieder und -Freunde etwas vor. Nur das Frühstücksbuffet muss man selbst zubereiten.

Der Ideen gibt es viele: Warum nicht ein Konzert aus dem Band-Probenraum des Bürgerzentrums übertragen? Warum nicht der KuFa verbundene Musiker bitten, zu Hause etwas aufzunehmen? Doch das Ganze soll nicht begrenzt bleiben. „Wenn Vereine oder Privatpersonen etwas zuarbeiten möchten, nehmen wir‘s gern“, sagt Uwe Proksch. Dank Hochtechnologie-Telefonen kann ja inzwischen fast jeder Filme drehen. Und auf diese Art ist es trotz Covid-19 sowie empfohlener Isolierung möglich, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. „Es soll wieder Bürgerkunst sein“, sagt Dirk Lienig – so wie der Bürgerchor, die Tanzcompagnie oder das Amateurfilmfest.

Er selbst wird ein kleines Lehrfilmchen dazu ins Netz stellen, wie bestimmte Pappfiguren herzustellen sind. Bunt sollen sie werden und nach dem Ende des aktuellen Gesundheitsnotstandes auf dem Markt versammelt aufgestellt werden – mit einem kleinen Foto oder Text zur aktuellen Situation. „Jeder bastelt zwar für sich alleine, ist am Ende aber doch wieder Teil einer Gruppe“, erklärt Dirk Lienig den Gedanken.

Das „Auszeit“ steht dieses Mal also für einen erzwungenen Stopp im normalen Hoyerswerdaer und KulturFabrik-Kultur-Leben. Erst, sagt Uwe Proksch, wollte er das Webfernsehen dazu ja Corona-TV nennen. Auf diese Idee sind bei Youtube allerdings schon andere gekommen.