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Auto gestohlen und dann zerlegt

Für den Diebstahl hat ein junger Mann drei Wochen Jugendarrest bekommen. Trotzdem ist er wieder auf freiem Fuß.

Von Rolf Hill

Wegen Diebstahls hat sich jetzt ein ehemaliger Oberlausitzer mit derzeitigem Wohnsitz im schweizerischen Kanton St. Gallen vor dem Gericht in Löbau verantworten müssen. Allerdings saß er bereits bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft in der JVA in Görlitz ein. Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, er habe zwischen November 2009 und Februar 2010 gewaltsam die Garage eines Bekannten in Ebersbach-Neugersdorf aufgebrochen und dessen VW Golf gestohlen. Das Auto hatte einen Wert von etwa 8 000 Euro. Anschließend soll der Angeklagte den Golf zerlegt haben, um die Einzelteile beim Internet-Versandhändler Ebay zu versteigern. Das gelang auch. Im Februar 2010 wurden einige Teile abgeholt und der Angeklagte strich dafür etwa 300 Euro ein.

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Der 25-Jährige konnte schließlich als Täter ermittelt werden. Auf die mehrmalige Post vom Gericht reagierte er allerdings nicht. Deshalb erging am 26. April 2012 ein Haftbefehl gegen ihn. In der Verhandlung in Löbau war der Angeklagte sofort in allen Punkten geständig. Inzwischen habe er dem Geschädigten die 8 000 Euro für den geklauten Golf überwiesen, versicherte er. Das akzeptierte das Gericht, ohne den Ex-Bekannten als Zeugen zu hören, da dieser derzeit selbst eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt verbüßt.

Im Bundeszentralregister taucht der ehemalige Oberlausitzer auch schon auf. So ist er unter Einfluss von Betäubungsmitteln Auto gefahren. Im aktuellen Fall habe er sich des Diebstahls und des Betrugs strafbar gemacht, stellt der Staatsanwalt abschließend fest. Aber das Ganze sei lange her und der angerichtete Schaden beglichen. Der Angeklagte führe jetzt ein geregeltes Leben, habe einen festen Arbeitsplatz und auch Drogen spielten keine Rolle mehr. Somit sehe er keinen Anlass für eine Jugendstrafe. Er schloss sich vielmehr dem Antrag der Jugendgerichtshilfe an, drei Wochen Jugendarrest zu verhängen, die aber durch die Untersuchungshaft bereits abgegolten waren. So lautete auch das von Richter Holger Maaß verkündete Urteil.