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Anschlag auf Grundstück von AfD-Mitglied

In Dresden-Reick brannte am Montag ein Carport. Es ist nicht die erste Attacke gegen den Eigentümer.

© xcitepress

In einem Carport an der Kurt-Beyer-Straße 2 in Reick ist in der Nacht zum Montag ein Auto ausgebrannt. Der gesamte Carport stand gegen 1.40 Uhr in Flammen, die Feuerwehr konnte das Fahrzeug nicht mehr retten. Bevor die Brandschützer mit dem Löschen beginnen konnten, musste ein Tor aufgebrochen werden. Mit zwei C-Rohren löschten sie danach das Feuer. Dabei trugen die Feuerwehrleute Atemschutzgeräte. Anschließend bedeckten sie den Brandherd mit Löschschaum.

Bei dem Feuer wurde niemand verletzt. Die Polizei sucht nun nach der Brandursache. Die Ermittlungen hat das Polizeiliches Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) übernommen, weil es sich um ein Auto und einen Carport auf einem Grundstück des AfD-Mitglieds Hans-Joachim Klaudius handelt.

Die Feuerwehr habe ihn geweckt, berichtete der Arzt und AfD-Stadtbezirksbeirat. "Die Täter haben sich von Osten, also von hinten, herangeschlichen", sagte Klaudius gegenüber Sächsische.de. "Sie müssen das genau ausbaldowert haben, kannten die Schwachstelle."

Denn im östlichen Bereich gibt es auch keine Videokameras. Diese befinden sich vorne und sind auf das Grundstück gerichtet. Klaudius hat sie nach ähnlichen Erfahrungen angeschafft.

Die Feuerwehr konnte das Fahrzeug nicht mehr retten.
Die Feuerwehr konnte das Fahrzeug nicht mehr retten. © xcitepress

Bereits im August und im Oktober 2019 haben Unbekannte das Haus auf dem Grundstück beschädigt. Im August wurde es mit Steinen beworfen, im Oktober mit Farbe beschmiert. Im Sommer plante der Verein "Ein Prozent", der der rechten Identitären Bewegung nahesteht, dort ein Hausprojekt aufzubauen.

Klaudius sagt, er habe aber nie an den Verein vermietet. "Ich habe mich für eine andere Nutzung entschieden: als Fahrzeugpark." Dort steht unter anderem ein 33 Jahre altes BMW Cabrio. Der AfD-Mann habe im Haus eine zweite Wohnung für sich, wenn er dort zu tun hat. Diese Nacht verbrachte er dort, weil er Vorbereitungen für Silvester treffen wollte.

Klaudius kam mit dem Schrecken davon. "Aber es war bereits der vierte Anschlag auf mich. Drei auf das Gebäude und einer auf meinen Wagen." Dort habe mal jemand die Muttern von den Rädern gelöst. Das fiel ihm noch rechtzeitig auf, weil beim Fahren eine Felge abgefallen sei. Auf die Frage, ob er sich noch sicher fühle, antwortet Klaudius. "Ich lasse mich nicht unterkriegen."  

Dass sein Gebäude immer wieder Ziel von Anschlägen sei, vermutet Klaudius, liege daran, dass es wegen der Berichterstattung über die Pläne von "Ein Prozent" im Fokus stand. "Da wurde es ausspioniert und die Täter wissen, wo sie ansetzen können."

Klaudius hofft, dass die Polizei die Täter ermittelt. "Erst wenn jemand dafür bestraft wird,  rechne ich damit, dass es aufhört." Er vermutet die Täter eindeutig im "linksextremen Lager". "Die Antifa muss als kriminelle Vereinigung verboten werden", fordert der AfD-Mann.

Dass die Antifa oder andere politische Gegner von Klaudius für den Brand verantwortlich sind, steht allerdings noch nicht fest. Anders als etwa nach der Steine-Attacke im August hat sich bisher noch niemand zu dem Anschlag bekannt. Damals tauchte ein entsprechendes Schreiben mit dem Motto "Antifa heißt Angriff" auf einer Internetseite auf. Bisher ist nur klar: Auch die Polizei schließt nicht aus, dass der Angriff politische Hintergründe hat. Deshalb haben die Extremismus-Ermittler die Suche nach den Tätern übernommen.

Den Schaden des Anschlages beziffert Klaudius auf 4.000 Euro am Carport, die Garagentore sind angeschmort und sein Skoda Octavia ist komplett ausgebrannt. Dieser habe vor sechs Jahren als Neuwagen 33.000 Euro gekostet.

An dem Einsatz in der Nacht zum Montag waren 44 Feuerwehrleute und Retter aus Striesen, der Altstadt, Leuben und von der Freiwilligen Feuerwehren in Niedersedlitz beteiligt.

Auch die Ermittlungen zu einem Angriff auf ein Bürogebäude in der Neustadt haben die PTAZ-Ermittler übernommen. Dort haben Unbekannte bereits in der Nacht zum Sonntag ein Haus auf dem Drewag-Gelände mit Farbe beworfen. Die Polizei fand auf dem Gelände außerdem mehrere Brandsätze, die nicht gezündet hatten.

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Die Beamten hoffen, dass es in beiden Fällen Augenzeugen gibt, die etwas zu den Tätern sagen können. Hinweise nehmen die Ermittler unter der Dresdner Rufnummer 483 2233 entgegen.

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