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Wann kommt der Wildschutz an der A14?

Zwischen dem Dreieck Nossen und Döbeln-Nord sind Autofahrer auf der Autobahn 14 vor Wildtieren ungeschützt. Doch das soll sich bald ändern.

Anfang des Jahres wurde an der Raststätte Hansens Holz auf der A14 ein neuer Zaun gebaut. Wann kommt der Schutz auch an die Fahrbahn?
Anfang des Jahres wurde an der Raststätte Hansens Holz auf der A14 ein neuer Zaun gebaut. Wann kommt der Schutz auch an die Fahrbahn? © Dietmar Thomas

Region Döbeln/Nossen. Er soll Autofahrer und Tiere schützen: der Wildschutzzaun an der Autobahn. Inzwischen sind diese Schutzanlagen eigentlich neben jeder Bundesfernstraße angebracht, doch nicht überall. Auf der Autobahn 14 zwischen dem Dreieck Nossen und Döbeln-Nord ist das Risiko für einen Wildunfall immer noch hoch.

Doch das ist nicht erst seit kurzem so, wie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage mitteilt. Im Freistaat Sachsen seien alle Bundesautobahnen nach 1990 ausgebaut beziehungsweise neu gebaut worden. 

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Beim Aus- und Neubau der Strecken habe das Straßenbauamt bei Planung, Bau und Flächenerwerb eine Entwässerung, Rückhaltesysteme wie Leitplanken und auch die Aufstellung von Wildschutzzäunen berücksichtigt. 

„Die einzige Autobahnstrecke, die komplett im Bestand saniert wurde, ohne Planfeststellung, Baurechtsverfahren und Grunderwerb, war der Abschnitt der A14 zwischen dem Autobahndreieck Nossen und dem Rastplatz Muldental“, erklärt Pressesprecherin Rosalie Stephan. „Daher ergibt sich eine besondere Problematik für die Errichtung des Wildschutzzaunes an der A14.“

Trassenplanung mit Wildschutzzaun an A14 bis Ende 2020

Das konkrete Problem liege nach ihren Angaben beim Besitz der umliegenden Flächen. Der Freistaat habe auf der Südseite der Autobahn keinen ausreichenden Grundstücksbesitz, um Pfähle, Zäune und Türen mit dem notwendigen Abstand zur Fahrbahn und den Nachbarflächen zu errichten. 

„Mit dem Neubau der Streckenfernmeldekabelanlage auf der Nordseite der Autobahn zwischen dem Autobahndreieck Nossen und der Anschlussstelle Döbeln-Nord wurde in Planung, Baurecht und Grunderwerb die Errichtung eines Wildschutzzaunes berücksichtigt“, so Stephan.

Wildunfälle sind nicht selten in der Abenddämmerung. Auf der A14 gab es bis Ende Juni 24 Wildunfälle.
Wildunfälle sind nicht selten in der Abenddämmerung. Auf der A14 gab es bis Ende Juni 24 Wildunfälle. © Dietmar Thomas

Doch somit ist das Problem des fehlenden Wildzaunes auf der Südseite noch nicht geklärt. Eine einseitige Errichtung des Zaunes würde laut dem Landesamt zu einer „Verringerung der Verkehrssicherheit führen“, da unter Umständen ein Wildwechsel über die Fahrbahn zum Wildschutzzaun und wieder über die Fahrbahn zurück provoziert werden könnte. Daher habe das Lasuv für 2020 eine Trassenplanung für einen Zaunverlauf auf der Südseite durchgeführt.

Aus dieser gehe hervor, dass ein Grunderwerb ohne ein zeitaufwendiges Baurechtsverfahren favorisiert werde. Bis zum Jahresende könnte dies erfolgen, um eine Aufstellung der Zäune auf Nord- und Südseite im Jahr 2021 zu gewährleisten, so Rosalie Stephan.

Anzahl von Wildunfällen bei Nossen hebt sich nicht ab

Währenddessen kommt es auf der Strecke zwischen dem Dreieck Nossen und der Anschlussstelle Döbeln-Nord immer wieder zu Begegnungen zwischen Autofahrern und Tieren. 

Auf Anfrage bei der Polizeidirektion Dresden teilte Sprecher Lukas Reumund mit, dass sich in diesem Jahr bis Ende Juni 24 Wildunfälle zwischen dem Autobahndreieck und Nossen-Nord ereigneten. Dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt.

„Andere Sachverhalte in Verbindung mit einem fehlenden Zaun können nach Rücksprache mit dem Autobahnpolizeirevier nicht mitgeteilt werden“, so der Sprecher. Kurioses ereignete sich jedoch auch am 15. Mai. 

Auf die Fahrbahn nach Leipzig verirrte sich zwischen den beiden Döbelner Autobahnabfahrten eine Kuh. Sie kam von einem angrenzenden Feld, konnte jedoch schnell durch die Polizei und den Besitzer gerettet werden.

Doch das sei eher eine Seltenheit. Nach Angaben des zuständigen Autobahnreviers hebe sich die Anzahl von Wildunfällen im Vergleich mit anderen Autobahnabschnitten nicht besonders ab. „Es bewegt sich alles auf etwa demselben Niveau“, sagt Lukas Reumund.

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