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Niesky hat jetzt sein Autobahnschild

Nach langem Anlauf ging es nun schneller als gedacht. Die Stadt legt zu den Spenden noch den Rest der Kosten drauf.

Nur rund drei Stunden hat es gedauert, dann war das Schild am Kilometer 75,42 zwischen Weißenberg und Nieder Seifersdorf in Fahrtrichtung Görlitz montiert.
Nur rund drei Stunden hat es gedauert, dann war das Schild am Kilometer 75,42 zwischen Weißenberg und Nieder Seifersdorf in Fahrtrichtung Görlitz montiert. © Stadt Niesky

Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann staunte nicht schlecht, als sie am vergangenen Donnerstag einen Anruf bekam. Die freudige Botschaft: Das Autobahnschild an der A4 könne montiert werden, schon am Montag sei es soweit. Und tatsächlich: In Fahrtrichtung Görlitz wirbt Niesky jetzt für seine "Holzbauten der Moderne" - mit Holzkirche, Wachsmannhaus und Wohnhaussiedlung.

"Wir sind absolut froh, dass es nun funktioniert hat", ist die Rathauschefin erleichtert. Vor allem, bevor Pfarrer Krystian Burczek Ende August aus der katholischen Gemeinde der Stadt ausscheidet und als Seelsorger Gefangene in den Gefängnissen von Cottbus und Görlitz betreut. Der gebürtige Pole hatte sich mit verschiedenen Aktionen sehr für die Finanzierung des Schildes eingesetzt. "Deshalb ist es uns mit der Vollendung des Projektes jetzt ein Bedürfnis, ihm für sein Engagement zu danken", erklärt Beate Hoffmann.

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Spender bringen den Großteil der Kosten auf

Hergestellt worden war das Schild schon vor ein paar Monaten. Seitdem wartete es im Holzkonsum an der Wachsmannstraße auf seinen Einsatz an der Autobahn. Mit etwa 2.000 Euro war die Produktion der 3,60 mal 2,40 Meter großen Tafel noch recht preisgünstig. Den Löwenanteil der auf rund 12.000 Euro geschätzten Gesamtkosten nimmt nun die Montage des riesigen Blechmonsters ein. "Durch Privatpersonen und zahlreiche Aktivitäten sind immerhin 9.821,88 Euro an Spenden zusammengekommen", rechnet die Oberbürgermeisterin vor. Den Rest schieße die Stadt zu - trotz klammer Kassen gebe es im Haushalt dafür "eine kleine Reserve".

Touristisches Autobahnhinweisschild für Niesky
Touristisches Autobahnhinweisschild für Niesky © Nikolai Schmidt

Laut Sven Kubitz vom Sachgebiet Tiefbau steht das Schild jetzt an Kilometer 75,42 in Fahrtrichtung Görlitz, zwischen den Anschlussstellen Weißenberg und Nieder Seifersdorf. Die Fundamente für die beiden Ständer waren schon vorbereitet worden, sodass das Aufstellen und Ausrichten des Schildes nur reichlich drei Stunden in Anspruch nahm.

2021 wird 100 Jahre Holzhaussiedlung gefeiert

Claudia Wieltsch vom Wachsmannhaus, dem bekanntesten Nieskyer Holzgebäude, ist froh, dass die Aktion endlich ein glückliches Ende gefunden hat. "Seit 2014 kämpfen wir darum. Nach manchen Rückschlägen ist es nun geschafft." Sie hofft, dass der eine oder andere Tourist sich davon begeistern lässt und die Holzbauten der Moderne in der Stadt besucht. Nicht nur Wachsmannhaus und Holzkirche, sondern auch die vielen gut erhaltenen Wohnhäuser, die einst von der Firma Christoph & Unmack als Musterhaussiedlung Neu-Ödernitz errichtet wurden. "Das passierte vor 99 Jahren. Am 10. Juli 2021 wollen wir das 100-jährige Bestehen unserer Siedlung feiern", blickt Jörg Müller, einer der Organisatoren, schon mal voraus. Unter seiner und der Leitung von  Krystian Burczek und Museumschefin Eva-Maria Bergmann soll demnächst ein Freundeskreis entstehen. Vielleicht ist das neue Schild auch hierfür ein Stück Motivation.

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