SZ +
Merken

Autodiebstähle nehmen stark zu

Mehr Graffiti, Drogen, Diebstähle – die Polizeistatistik zeigt die dunklen Seiten des Kreises. Doch es gibt Lichtblicke.

Teilen
Folgen
© Steffen Unger

Von Christoph Scharf

Sie schlagen vor allem nachts zu, haben es auf Nobelkarossen und Mittelklassewagen abgesehen: Im Jahr 2014 wurden im Landkreis Meißen 213 Fahrzeuge gestohlen – die Quote hat sich damit beinahe verdoppelt. Die SZ erklärt, was die aktuelle Kriminalstatistik zum Landkreis Meißen noch aussagt.

Jeden Tag mehr als zwei Fahrraddiebstähle

Wer sein Rad liebt, sollte es gut anschließen. Vergangenes Jahr wurden mehr als 800 Diebstähle von Fahrrädern gemeldet. Kein Wunder: In der Drogenszene wird das Diebesgut längst als eine Art Zweit-Währung genutzt. Selbst Uralt-Drahtesel werden entwendet. Ein weiterer Schwerpunkt bei der Eigentumskriminalität sind Diebstähle aus Geschäften mit 1 200 Fällen und Diebstähle aus Dachböden oder Kellern (knapp 500 Fälle). Immerhin: Der Baustellen-Klau ging zurück – von 164 auf 114 Fälle. Die Chance, sein Hab und Gut wiederzusehen, ist überschaubar. Die Aufklärungsquote bei Diebstählen sank auf 37 Prozent.

Autoklau hat sich im Landkreis fast verdoppelt

Nicht nur Fahrräder sind begehrtes Diebesgut, sondern auch Autos. Im Kreis Meißen gab es 2014 mit 213 Fällen von erfolgreichen oder versuchten Kfz-Diebstählen fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Davon entfallen 127 Fälle auf den Revierbereich Meißen, lediglich 50 auf Riesa, 36 auf Großenhain. Gleichzeitig stieg die Zahl von Autoaufbrüchen stark – auf fast 700 Fälle. Auffällig ist, dass der Autoklau in Dresden selbst gleichzeitig zurückging. Womöglich weichen die Täter auf weniger stark von der Polizei überwachte Regionen aus. Ein ähnlicher Trend ließ sich zuvor in der Nähe der tschechischen und polnischen Grenze erkennen. Einziger Pluspunkt: Es wurden mit 53 Exemplaren weniger Motorräder und Mopeds im Kreis Meißen gestohlen.

Weniger Schwarzfahrer und Versandhaus-Betrüger

Wer ein Rad oder ein Auto gestohlen hat, muss nicht mehr schwarzfahren – so könnte man etwas launisch den Rückgang der Vermögens- und Fälschungsdelikte interpretieren. Dabei machen nach wie vor das Schwarzfahren oder der Warenkreditbetrug einen Schwerpunkt aus. Letzteres ist etwa das Bestellen von Artikeln im Versandhaus unter falschem Namen.

Mehr als 500 Rauschgiftdelikte im Elbland

Ein Gutteil der Diebstähle dürfte auf das Konto von Drogenkonsumenten gehen – nur mit Hartz IV lässt sich Crystal kaum finanzieren. Die Polizei erfasste vergangenes Jahr im Landkreis 513 Rauschgiftdelikte, was einer Zunahme um mehr als 20 Prozent entspricht. Die Polizei gibt allerdings selbst an, dass diese Zahl vor allem die Kontrollhäufigkeit der Beamten widerspiegelt – anders als bei Autodiebstählen werden solche Taten schließlich kaum angezeigt. Die Polizei stellte im Kreis insgesamt ein gutes Pfund Marihuana und Haschisch sicher sowie 78 Gramm Crystal im Gesamtwert von einigen Tausend Euro. Positiv: Drogentote gab es im Kreis Meißen nicht.

Polizei klärt 85 Prozent der Gewalttaten auf

Insgesamt sank die Aufklärungsquote der Polizei bei den Delikten im Kreis Meißen – auf unter 60 Prozent. Bei den Gewalttaten liegt sie allerdings deutlich höher: Rund 85 Prozent der Körperverletzungen und Raubdelikte konnten aufgeklärt werden. So ermittelten die Beamten bei den Gewalttaten 266 Tatverdächtige. Fälle von Mord und Totschlag wurden vergangenes Jahr fünfmal im Landkreis registriert.

Bei jeder zehnten Straftat sind Ausländer verdächtig

Den Vorwurf mangelnder Transparenz will sich die Polizei nicht machen lassen – und listet deshalb in der Statistik detailliert den Anteil sogenannter „nichtdeutscher Tatverdächtiger“ auf. Demnach sind diese für gut zehn Prozent aller Straftaten im Kreis verantwortlich. Das gilt auch dann, wenn man Verstöße gegen Asylgesetze nicht berücksichtigt. Bei Gewaltstraftaten hatten mehr als 13 Prozent der Tatverdächtigen keinen deutschen Pass, bei Ladendiebstählen 18 Prozent. Zum Vergleich: Der Ausländeranteil im Kreis lag 2014 bei 1,5 Prozent.