SZ +
Merken

Autofahrer streiten vor Gericht

Auf der Autobahn rechts überholen ist verboten – das weiß jeder. Doch wann ist das auch eine Straftat? Damit musste sich jetzt das Amtsgericht befassen. Ein 25-Jähriger hatte einen Audifahrer angezeigt,...

Teilen
Folgen

Auf der Autobahn rechts überholen ist verboten – das weiß jeder. Doch wann ist das auch eine Straftat? Damit musste sich jetzt das Amtsgericht befassen. Ein 25-Jähriger hatte einen Audifahrer angezeigt, weil der ihn auf der rechten Spur überholt hatte – um dicht vor seinem VW wieder nach links zu wechseln. „Ich musste in die Eisen gehen, sonst hätte es gekracht.“ Zwar habe er auf der A 4 bei Rammenau noch die Lichthupe betätigt – aber da war der schnelle Audi längst weg.

Die Autobahnpolizei konnte den 38-jährigen Fahrer allerdings stellen. Nun sahen sich beide vor Gericht wieder. Der Angeklagte schilderte die Sache jedoch ganz anders. Er sei in der Februarnacht mit dem Audi auf der linken Spur gefahren. „Wie schnell ich war, weiß ich nicht mehr.“ Deutlich schneller jedenfalls als der Passat mit Anhänger, der wenige Meter vor ihm „urplötzlich“ auf die linke Spur wechselte. „Ich machte eine Vollbremsung“, sagte der Kaufmann. „Das reichte aber nicht. Um einen Unfall zu vermeiden, zog ich rechts rüber.“ Dann sei aber auf der rechten Spur noch ein Lkw gewesen, weshalb er wieder rasch auf die Überholspur wechseln musste.

Doch welche Version stimmt? Der VW-Fahrer hatte angegeben, im Rückspiegel vor dem Spurwechsel kein schnelles Auto gesehen zu haben. Deshalb ging der Sachverständige davon aus, dass der Audi bereits im toten Winkel war, als der VW auf die Überholspur zog. Demnach lag der Fehler nicht beim schnellen Audi – sondern beim langsamen VW. Der Angeklagte wurde deshalb freigesprochen. (csf)